Gebremste Kauflust vor MidtermsKI-Sorgen setzen Chipaktien zu - Ölpreis fällt

Friedenssignale aus dem Iran lassen den Ölpreis fallen. Trotzdem bleiben die US-Anleger am Vorabend der US-Kongresswahlen zurückhaltend. Die Sorgen über ausufernde KI-Investitionen drücken auf Techaktien. Vor allem Chiphersteller haben einen schweren Stand.
Die US-Börsen haben zum Wochenstart uneinheitlich geschlossen. Anleger hielten sich vor den Quartalszahlen des iPhone-Herstellers Apple und den US-Zwischenwahlen zurück. Die Renditen längerfristiger US-Staatsanleihen gaben nach, und der Ölpreis sackte um acht Prozent ab, nachdem der Iran Bereitschaft zu Friedensgesprächen signalisiert hatte. Der Konflikt hält die Energiepreise hoch und heizt die Inflation an.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher mit 51.983 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor hingegen 0,5 Prozent auf 7541 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 25.164 Stellen nach.
Börsianer warnten, dass die Anleger weiterhin über das Tempo der Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) besorgt seien. "Unternehmen müssen erkennen, dass es eine Grenze dafür gibt, wie viel sie ausgeben und was das für die Steigerung des Unternehmenswertes bedeutet. Irgendwann gibt es keinen zusätzlichen Mehrwert mehr, sondern nur noch Kosten", sagte Jake Dollarhide, Chef von Longbow Asset Management. So fielen die Aktien von Oracle um fast neun Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, 20 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Aktien und Anleihen einnehmen zu wollen.
Intel weiter im Sturzflug
Amazon-Papiere legten um 2,2 Prozent zu, Tesla gewannen ein Prozent. Besonders unter Druck gerieten Chiphersteller. Die Papiere von Marvell Technology stürzten um 13 Prozent ab, nachdem das Unternehmen die 115 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Herstellers von optischen Komponenten Lumentum angekündigt hatte. Lumentum-Aktien fielen um 18,6 Prozent. Intel gaben um 8,8 Prozent nach und setzten damit ihren Kursrutsch vom Freitag fort.
Die Anleger blickten zudem auf die US-Zwischenwahlen am Dienstag. Sie werden darüber entscheiden, ob die Demokraten der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump die Kontrolle über den Kongress entreißen können. Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen, während der Ausgang im Senat unklarer ist.
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