Wirtschaft

Mehrere Standorte vor dem AusAutozulieferer Schaeffler streicht fast 3500 Stellen

03.11.2026, 08:15 Uhr
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Schaeffler seht vor einem radikalen Sparkurs (Foto: Pia Bayer/dpa)

Die schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie reißen nicht ab: Nun kündigt der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler an, 3.460 weitere Stellen abzubauen, viele davon in Deutschland. Auch mehrere Standorte sind betroffen.

Der Autozulieferer Schaeffler hat ein weiteres Sparprogramm mit massiven Einschnitten bei der Beschäftigung angekündigt. In Europa sollen 3460 Stellen gestrichen und fünf Standorte "perspektivisch" geschlossen werden, wie das Unternehmen mitteilte. 2660 der Stellen und vier der Standorte entfallen demnach auf Deutschland.

Betroffen sind die Werke in Dortmund mit 430 Beschäftigten, in Morbach mit 160 Mitarbeitenden, in Berlin mit 270 Beschäftigten und in Schwalbach mit 385 Beschäftigten. Weitere "Anpassungen" und teils Einstellungen von Geschäftsaktivitäten betreffen verschiedene weitere Standorte, etwa in Höchstadt, Erlangen und Schweinfurt.

In Deutschland beschäftigt das Unternehmen den Angaben nach derzeit knapp 32.000 Menschen. Der Stellenabbau hierzulande betrifft damit rund neun Prozent der Belegschaft und soll bis 2028 abgeschlossen sein. Zusammen mit bisherigen Sparprogrammen und bereits unterzeichneten 1800 Altersteilzeitverträgen beträgt der Jobabbau 18 Prozent der Belegschaft in Deutschland.

Außerhalb Deutschlands sind Verkleinerungen der Standorte in Hagenau und Toulouse in Frankreich sowie in Skalica und Kysuce in der Slowakei geplant. Der Standort Herstal in Belgien mit 15 Mitarbeitenden wird geschlossen.

Schaeffler verweist auf "das anhaltend herausfordernde Umfeld im Automobilgeschäft" und die "abgeschwächte Nachfrage im Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen". Bei E-Autos nennt das Unternehmen den "verzögerten Hochlauf". Hinzu kommt, dass E-Motoren deutlich weniger Komponenten brauchen.

Kritik der IG Metall

Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat kritisierten das neuerliche Sparprogramm scharf. "Bei Schaeffler folge inzwischen ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind", sagte Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler. "Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland." Bereits 2024 und 2025 hatte Schaeffler die Streichung mehrerer tausend Arbeitsplätze beschlossen. 

Das Unternehmen plant für den Jobabbau einmalige Kosten in Höhe von 480 Millionen Euro ein. Ab 2030 sollen dann jährlich 300 Millionen Euro eingespart werden. Schaeffler gebe "ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland" ab, erklärte die Firma. Doch die Personalkosten seien hier überdurchschnittlich hoch und die Konzernorganisation zugleich sehr komplex.

Im abgelaufenen Quartal lag der Umsatz des Unternehmens mit 5,8 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Der Betriebsgewinn sank um 7,2 Prozent auf 245 Millionen Euro, die Umsatzmarge reduzierte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. An seinen Zielen für das laufende Jahr und für die Folgejahre halte Schaeffler fest.

Quelle: ntv.de, ghö/rts/AFP/dpa

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