Wirtschaft

Trotz MilliardenverlustenAnthropic plant gigantischen Börsengang in diesem Jahr

29.09.2026, 07:14 Uhr
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Konkurrent OpenAI, Betreiber von ChatGPT, hatte den eigenen Börsengang für dieses Jahr abgesagt. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Anthropic macht hohe Verluste, doch die Aussichten sind angesichts der geplanten massiven Investitionen und des Hypes um KI dennoch bestens. Folglich soll auch einem Börsengang nichts im Wege stehen. Der Schritt könnte auch für die Konkurrenz wegweisend sein.

Das KI-Unternehmen Anthropic strebt einem Börsenprospekt zufolge eine Bewertung von mehr als zwei Billionen US-Dollar an. Dies geschieht trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 42 Milliarden Dollar für das Jahr 2025. Der Börsengang würde die erst vor fünf Jahren gegründete Firma als Maßstab für die Bewertung führender KI-Unternehmen wie dem Konkurrenten OpenAI etablieren.

Der Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar enthielt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden Dollar, die sich aus der Neubewertung von Finanzierungen ergab. Zudem plant das Unternehmen in den kommenden Jahren Ausgaben in Höhe von 518 Milliarden Dollar für Cloud- und Recheninfrastruktur.

Der Umsatz des Unternehmens wuchs dem Prospekt zufolge 2025 um das Zwölffache auf fast 4,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verzeichnete Anthropic auf operativer Basis einen Verlust von mehr als 8 Milliarden Dollar. Allein die Ausgaben für Rechenleistung und Infrastruktur verdreifachten sich im vergangenen Jahr auf 7,33 Milliarden Dollar.

Gefahren durch KI-Modell

Der Börsengang, der nach den US-Zwischenwahlen im November stattfinden dürfte, wird den Appetit der Anleger auf hoch bewertete KI-Aktien testen. Er folgt auf den erfolgreichen Börsengang von SpaceX, das mit 1,77 Billionen Dollar bewertet wurde.

Die Pläne kommen zu einer Zeit, in der Anthropic mit Erkenntnissen aus der eigenen Forschung konfrontiert ist, denen zufolge zunehmend autonome KI-Modelle sich auf unerwartete und potenziell schädliche Weise verhalten können. Anthropic-Chef Dario Amodei hat die KI-Gemeinschaft aufgefordert, das Tempo bei der Veröffentlichung neuer Fähigkeiten zu drosseln. Dennoch brachte Anthropic vergangene Woche sein neues Modell Opus 5.5 auf den Markt, um mit dem Konkurrenten OpenAI und dessen GPT-6 Astra Schritt zu halten.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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