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Missstände im BildungswesenProteste in Frankreich: Mehrere Universitäten bleiben geschlossen

03.11.2026, 19:08 Uhr
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dpatopbilder - 03.11.2026, Frankreich, Paris: Schüler geraten bei einer Demonstration gegen unterfinanzierte Schulen mit der Polizei aneinander. Foto: Thibault Camus/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: dpa)

Die Proteste junger Menschen gegen Missstände im Bildungswesen in Frankreich gehen auch nach den Herbstferien weiter: Am Dienstag blieben mehrere Universitäten geschlossen, Schülerinnen und Schüler blockierten nach Regierungsangaben zudem 48 Oberschulen.

Die Proteste junger Menschen gegen Missstände im Bildungswesen in Frankreich gehen auch nach den Herbstferien weiter: Am Dienstag blieben mehrere Universitäten geschlossen, Schülerinnen und Schüler blockierten nach Regierungsangaben zudem 48 Oberschulen. Ein Schülerverband hingegen sprach von 500 blockierten Schulen. In Paris nahmen mehrere Tausend junge Menschen an einer nicht genehmigten Demonstration in der Innenstadt teil.

"Wir wollen der Regierung zeigen, dass die Universitäten immer noch mobilisiert sind, und dass wir konkrete Antworten erwarten", sagte Suzanne Nijdam, Vorsitzende des größten Studierendenverbands, der Nachrichtenagentur AFP. Nach offiziellen Angaben waren am Vortag 15 Prozent der Hochschulen von Protestaktionen betroffen. Die Regierung hatte am Montag 41 Schulblockaden gemeldet, ein Schülerverband hingegen sprach von 169 blockierten Schulen landesweit. In mehreren Fällen wurden Mülltonnen in Brand gesetzt. Am Dienstag waren unter anderem Gymnasien in Paris, Rennes und Toulouse betroffen. Auch vor der Eliteschule Louis Grand im Zentrum von Paris blockierten Jugendliche den Eingang mit Mülltonnen. "Man verspricht uns Reformen, damit die Bewegung sich auflöst, aber bislang haben wir nur Krümel erhalten", sagte die 16 Jahre alte Schülerin Soline in Toulouse. Vor ihrer Schule beteiligten sich auch Lehrer an den Protesten. "Wir haben genau dieselben Forderungen", sagte der Mathelehrer Raphaël Gironimi und zählte die Missstände auf: "Wir haben 35 Schüler pro Klasse, und die Schule ist weder an Hitzewellen noch an Winterkälte angepasst."

Die Regierung hatte angesichts der seit Mitte September anhaltenden Schülerproteste zugesagt, das umstrittene Bewerbungsverfahren für Hochschulen zu reformieren, 500 zusätzliche Lehrerstellen und 15.000 Hochschul- und Ausbildungsplätze zu schaffen. In der zehnten Jahrgangsstufe sollten sich höchstens 28 Schüler pro Klasse befinden. Schülerverbände hatten die Maßnahmen als nicht ausreichend bezeichnet. Unterdessen gab Justizminister Gérald Darmanin die jüngsten Zahlen zu den juristischen Folgen der Gewalttaten am Rand der Demonstrationen seit Mitte Oktober bekannt: Demnach kamen knapp 5000 Menschen in Polizeigewahrsam, davon 30 Prozent Minderjährige. Etwa 330 Menschen wurden inhaftiert, sei es in Untersuchungshaft oder nach Urteilen in Schnellverfahren.

Die Verurteilten seien zu 95 Prozent männlich, zu zwei Dritteln zwischen 18 und 25 Jahre alt und zu 70 Prozent Franzosen. Etwa die Hälfte sei zuvor nicht strafrechtlich verfolgt gewesen. Am Dienstag wurden zudem drei Minderjährige festgenommen, die für den Brand der Eingangshalle ihrer Schule in Nantes verantwortlich gemacht werden. Der Brand hatte Aufsehen erregt, weil es sich um eine relativ neue Schule mit einer breiten internationalen und künstlerischen Ausrichtung handelte. Für Donnerstag haben zahlreiche Gewerkschaften erneut zu landesweiten Streiks und Demonstrationen aufgerufen, die unter anderem Schulen sowie zahlreiche Branchen betreffen könnten. Die französische Bahn SNCF kündigte bereits "leichte Störungen" im Fernverkehr und größere Störungen im Regionalverkehr an.

Der Termin stand schon länger fest, bekam aber eine neue Bedeutung vor dem Hintergrund der anhaltenden Jugendproteste. Mehrere Jugendorganisationen haben ebenfalls für Donnerstag zu Protestaktionen aufgerufen. Frankreichs Oberstufenschüler protestieren seit Mitte September gegen Missstände an den Schulen und gegen die undurchsichtige Vergabe von Studienplätzen über eine zentrale Online-Plattform. Die Proteste weiteten sich auf weitere Bevölkerungsgruppen aus, die vor allem gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten protestieren.

Quelle: ntv.de, afp

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