Kurznachrichten

Demokratische Republik KongoEbola-Epidemie: WHO-Chef fordert Abschluss des globalen Pandemie-Abkommens

02.11.2026, 13:49 Uhr
image
(Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa)

Mit Blick auf die tödliche Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum endgültigen Abschluss eines Pandemie-Abkommens aufgerufen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte die Mitgliedstaaten am Montag in Genf dazu auf, "die Arbeit zu Ende zu bringen". Er äußerte sich zu Beginn der neunten Verhandlungsrunde zu noch offenen Punkten des bereits 2025 verabschiedeten Pandemie-Abkommens.

Die rund 190 Mitgliedstaaten der WHO hatten nach der Corona-Pandemie ein internationales Abkommen ausgehandelt, um besser für künftige Krankheitsausbrüche gewappnet zu sein, die sich weltweit oder über mehrere Kontinente ausbreiten. Das Abkommen wurde im Mai 2025 beschlossen, wobei entscheidende Details jedoch offen blieben.

Konkret geht es um einen Mechanismus mit der Abkürzung PABS (Pathogen Access and Benefit-Sharing). Dieser sieht vor, dass Labore wichtige Daten zu neuen Erregern erhalten und der WHO im Gegenzug Zugang zu ihren Tests, Impfstoffen und Medikamenten gewähren.

Reiche Länder und Entwicklungsländer streiten seit Jahren darüber, wie die wissenschaftlichen Informationen über Erreger möglichst schnell geteilt werden. Letztlich geht es dabei um die lukrative Herstellung von Tests, Impfstoffen und Medikamenten. Das Pandemie-Abkommen kann erst ratifiziert werden, wenn der PABS-Mechanismus ausgehandelt ist.

Der Mechanismus sei "das letzte verbleibende Puzzleteil", sagte WHO-Chef Tedros laut Redemanuskript. Die Arbeit am Pandemie-Abkommen zuende zu bringen bedeute, das Menschenleben zu schützen. Die Welt müsse die Lehre aus der Covid-19-Pandemie ziehen: "Kein Land kann sich vor Pandemien schützen, indem es allein handelt." Eine Bedrohung durch einen Erreger an einem beliebigen Ort könne "überall" zur Gefahr werden - "für Menschen in jedem Land", mahnte der WHO-Chef.

Tedros verwies unter anderem auf die seit Mai wütende Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Nach Zahlen der kongolesischen Gesundheitsbehörden von Ende Oktober wurden bislang mehr als 10.000 Infektionsfälle nachgewiesen, fast 5000 Infizierte starben an dem gefährlichen Virus. Auch in Kenia, Nigeria und Uganda wurden bereits Infektionen nachgewiesen.

Tedros verwies auch auf den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" im Frühling. Insgesamt 13 Menschen infizierten sich. Drei Passagiere starben, unter ihnen eine Deutsche.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales