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Razzia in sechs StaatenDeutsche Ermittler veranlassen internationalen Schlag gegen Cyberkriminalität

03.11.2026, 16:22 Uhr
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Bei einem international koordinierten Zugriff sind deutsche Ermittler gegen mutmaßliche Dienstleister von Cyberkriminellen vorgegangen.

Am heutigen Dienstag wurden Objekte in Israel, Albanien, Finnland, Nordmazedonien, Kosovo und Zypern durchsucht sowie sieben Verdächtige festgenommen, wie das schleswig-holsteinische Landeskriminalamt in Kiel und die Staatsanwaltschaft Itzehoe mitteilten. Außerdem seien mehr als hundert Server beschlagnahmt und zahlreiche betrügerische Internetseiten abgeschaltet worden.

Hintergrund sind den Angaben zufolge schon länger andauernde Ermittlungen gegen ein Netzwerk von Anlagebetrügern. Die Betrügerbande soll Menschen in Deutschland und anderen Staaten in den vergangenen Jahren um hohe Millionenbeträge betrogen haben. Über die Schadenshöhe wurden keine genaueren Angaben gemacht.

Den Ermittlern aus Schleswig-Holstein zufolge lockten die Täter Menschen auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten im Internet auf eigene Handelsplattformen. Sie spielten ihnen dort Kursgewinne vor und veranlassten sie zu weiteren Einzahlungen. Auf Auszahlungswünschen folgten Hinhaltetaktiken und dann Kontaktabbruch.

Der aktuelle Zugriff richtete sich demnach gegen ein Unternehmen mit Sitz in Israel und auf Zypern, das für verschiedene Tätergruppierungen betrügerische Internetseiten sowie Geldwäschenetzwerke betrieben haben soll. Beschuldigt werden demnach sieben "verantwortliche Personen" der Firma. Ermittlungen laufen zudem gegen sechs weitere Verdächtige, die als Kunden des Unternehmens Callcenter in Albanien, Kosovo und Nordmazedonien betrieben haben sollen.

Hinweise auf das Unternehmen ergaben sich nach Ermittlerangaben durch die Auswertung von Beweismitteln aus einer früheren Razzia gegen das mutmaßliche Betrügernetzwerk im Mai vergangenen Jahres. Dabei waren bereits Objekte in Israel, Albanien, Großbritannien und auf Zypern durchsucht worden. Nach Behördenangaben vom Dienstag wurden inzwischen drei damals ermittelte Verdächtige nach Deutschland ausgeliefert und zu Haftstrafen verurteilt.

Ins Rollen brachte den gesamten Ermittlungskomplex nach Behördenangaben die Strafanzeige eines Ehepaars aus dem Umland der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Schon im September 2022 gab es eine erste größere Zugriffsaktion, um Beweismittel zu sichern. Auch die europäische Polizeibehörde Europol sowie die europäische Justizbehörde Eurojust sind an der Koordination beteiligt.

Quelle: ntv.de, AFP

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