Streit um hohe GaspreiseBundeswirtschaftsministerium weist Italiens Vorwürfe zum Gas-Konzern Sefe zurück

Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Vorwurf aus Italien zurückgewiesen, Deutschland treibe mit zusätzlichen Gaseinkäufen die europäischen Gaspreise in die Höhe.
"Den Vorwurf, die Beschaffung und Einspeicherung von Erdgas durch Sefe würde den europäischen Gaspreis in die Höhe treiben, weisen wir entschieden zurück", erklärte eine Sprecherin am Freitag. Der bundeseigene Energiekonzern Sefe sei angewiesen worden, innerhalb von rund zwei Monaten acht Terawattstunden Erdgas zu beschaffen und einzuspeichern. Die Mengen sollten möglichst von außerhalb der EU kommen. Es handele sich damit im Wesentlichen um zusätzliches Gas, das andernfalls nicht in die EU importiert worden wäre. Dadurch werde der Einfluss auf die europäischen Gaspreise minimiert.
Auch den Vorwurf, Deutschland habe wegen der geplanten Privatisierung von Sefe und Uniper auf die Befüllung der Gasspeicher verzichtet, bezeichnete das Ministerium als haltlos. Beide Unternehmen kämen ihren Speicherpflichten vollständig nach. Die europäischen Fernleitungsnetzbetreiber und die EU-Kommission seien zu der Einschätzung gelangt, dass die aktuellen Füllstände ausreichten, um die Versorgung in diesem Winter sicherzustellen. Diese Einschätzung werde von der Bundesnetzagentur und dem Wirtschaftsministerium geteilt.
Der Generaldirektor für Energiemärkte und Infrastruktur im italienischen Energieministerium, Alessandro Noce, hatte Deutschland am Donnerstag vorgeworfen, die Befüllung seiner Speicher hinausgezögert und damit zum jüngsten Gaspreisanstieg beigetragen zu haben. Italien habe 300 Millionen Euro für die Befüllung seiner Speicher ausgegeben und müsse wegen der deutschen Gaskäufe nun auch noch höhere Preise bezahlen, kritisierte Noce. Am Mittwoch hatte der europäische Referenzpreis für Erdgas erstmals seit Dezember 2022 wieder die Marke von 100 Euro je Megawattstunde erreicht.