Technik

Klingt er auch entsprechend?Nothing Headphone (1) Pro lässt Konkurrenten alt aussehen

29.09.2026, 18:06 Uhr imageVon Klaus Wedekind
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Nothing Headphones (1) Pro Test (1 von 7)
Nothing bietet den Kopfhörer in Schwarz oder Weiß an. (Foto: kwe)

Nothing möchte mit dem Headphone (1) Pro die Königsklasse der Bluetooth-Kopfhörer aufmischen. Optisch lässt er die meisten Konkurrenten alt aussehen, der Preis hat ebenfalls Top-Niveau. Ob er auch klanglich auf höchstem Niveau mitspielen kann, zeigt der Praxistest von ntv.de.

Mit dem Headphone (1) hat Nothing bereits bewiesen, dass es auch einen Over-Ear-Kopfhörer herstellen kann, der wie seine Smartphones mit einem außergewöhnlichen Design glänzt, aber auch qualitativ zu überzeugen weiß. Jetzt legen die Briten mit dem 349 Euro teuren Headphone (1) Pro nach, mit dem sie in der gleichen Liga wie Apples Airpods Max 2, Sonys WH-1000XM6, der Bose QuietComfort Ultra 2 oder der kürzlich erschienene Sonos Ace Ultra mitspielen möchten.

Veredeltes extravagantes Design

Der Pro ist nicht nur ein Upgrade des Headphone (1), was man ihm auch sofort ansieht. Statt Plastik deckt kratz- und bruchsicheres Panda-Glas die Muscheln ab und gibt den Blick auf das fast vollständig veränderte Innenleben frei. Außerdem hat Nothing bei dem Pro neben Aluminium auch Titan eingesetzt. Ansonsten hat der Hersteller das extravagante Design der Vorgänger übernommen, das herkömmliche Kopfhörer zwar ziemlich alt aussehen lässt, aber nicht jedermanns Geschmack trifft.

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Der Kopfhörer ist in der Box sicher verstaut. (Foto: kwe)

Das dürfte auch auf das neue Case zutreffen, mit dem Nothing völlig neue Wege geht. Es handelt sich um eine massive Kunststoffbox, die sich um die Muscheln schließt und den Bügel im Freien lässt. Ein wenig erinnert dies an Apples Hülle der Airpods Max 2, nur eben als Hartschale.

Schwere Box

Der Kopfhörer ist darin sehr gut geschützt, allerdings wiegt die Box mit 383,5 g mehr als der Headphone (1) Pro, der 327 g auf die Waage bringt. Immerhin aber kann man das stattliche Gesamtgewicht bequem am Bügel tragen oder sich um die Schulter hängen. Das Case hat dafür zwei Ösen, Nothing liefert Ring-Halterungen mit, an denen sich ein Gurt befestigen lässt. Einen Kabelzugang, um die Kopfhörer in der Box aufzuladen, hat sie leider nicht.

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Man kann sich das Case auch umhängen, Nothing liefert aber nur die Halterungen dafür mit. (Foto: kwe)

Der Pro ist 2 g leichter als der Vorgänger, was aber wortwörtlich kaum ins Gewicht fällt. Der nach IP52 staub- und wasserfeste Kopfhörer sitzt aber mindestens ebenso bequem und sicher wie der Vorgänger. Durch weichere Polster mit einer inneren Silikonwand und weitere kleine Veränderungen bleibt das auch so, wenn man ihn länger trägt. Das gilt speziell für Brillenträger.

Hervorragende Steuerung

Die hervorragend gelöste Steuerung hat Nothing zum Glück unverändert gelassen. Die wichtigsten Steuerelemente sind "Rolle" und "Paddel", die perfekt für den Daumen erreichbar am Rahmen der rechten Muschel platziert sind. Drückt man die Rolle kurz, startet oder pausiert die Wiedergabe. Drückt man sie länger, wechselt man zwischen aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) und Transparenzmodus. Die Lautstärke verändert man, indem man die Rolle dreht.

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"Paddel" und "Rolle". (Foto: kwe)

Um einen Song vor- oder zurückzuspringen, drückt man das Paddel kurz in die entsprechende Richtung. Hält man es länger, spult man vor- oder zurück, auf die gleiche Weise nimmt man Anrufe an oder lehnt sie ab.

Der Ein-/Ausschalter sitzt an der Unterseite der rechten Muschel neben dem USB-C-Anschluss. Auf der Außenseite findet im Eck der Zeigefinger eine weitere Taste. Über sie startet man standardmäßig einen digitalen Assistenten.

Flat EQ für Spezialisten

Die Bluetooth-Taste hat Nothing an der Innenseite, im linken oberen Eck versteckt. Ihr gegenüber sitzt an der linken Muschel ein völlig neuer Schalter. Mit ihm aktiviert man den sogenannten Flat-EQ. Das heißt, alle Frequenzanpassungen des Kopfhörer-Herstellers werden zugunsten eines gnadenlos neutralen Klangprofils beseitigt. Das soll vor allem Künstler, Produzenten et cetera die Möglichkeit geben, zu hören, was tatsächlich aufgenommen wurde. Für den Flat EQ und andere Profile hat Nothing mit dem Londoner Metropolis Studios zusammengearbeitet.

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Der Flat-EQ-Schalter ist vor allem für Profis interessant. (Foto: kwe)

Für normale Nutzerinnen und Nutzer ist der Flat EQ interessant, macht aber nicht unbedingt Spaß. Der Klang wirkt durch zurückhaltende Höhen und Tiefen eher langweilig und eng. Wäre dies die einzige Einstellung, würde der Headphone (1) Pro wahrscheinlich in fast allen Tests abgestraft. Kein Kopfhörer, keine Box wird mit einer solchen Abstimmung ausgeliefert.

Klasse Klang für Normalos

Mit abgeschaltetem Flat EQ ist die Standard-Abstimmung "Balance", die einen natürlichen ausgewogenen Klang liefern soll. Und das ist Nothing ausgezeichnet gelungen. Die Mitten sind die souveräne Basis, während knackige, aber nicht übertriebene Bässe ein solides Fundament bilden. Klare Höhen liefern viele Details und machen den Sound angenehm luftig.

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Durchs Panda-Glas sieht man etwas vom Innenleben. (Foto: kwe)

Dass sich die Frequenzbereiche nicht in die Quere kommen, ist nicht nur einer gut abgestimmten Weiche zu verdanken. Der Nothing Head Phone (1) Pro verwendet drei ineinander verschachtelte Treiber statt nur einen wie sein Vorgänger.

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Wer sich auskennt, kann mit dem Equalizer sehr genaue Feinabstimmungen machen. (Foto: kwe)

Für den Test hat ntv.de entweder den besten vom Kopfhörer unterstützten Bluetooth-Codec LDAC oder eine Kabelverbindung verwendet. Der Klang des Headphone (1) Pro ist aber auch mit AAC-Codec und einem iPhone klasse. Insgesamt spielt der Kopfhörer durchaus auf höchstem Niveau.

Enorm viele Klanganpassungen

Weil Klang aber Geschmackssache ist, bietet die App extrem viele Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Neben einem einfachen steht ein umfangreicher Equalizer für "Fortgeschrittene" zur Verfügung. Man kann den Klang über einen Test seinem eigenen Hörvermögen anpassen und verschiedene voreingestellte Profile ausprobieren.

Das gilt auch für den Raumklang (Spacial Audio), der nicht einfach nur ein- oder ausgeschaltet wird. Es gibt vier mit den Metropolis Studios entwickelte Modi, die bestimmte Situationen nachbilden sollen, beispielsweise den Sound in einem Club oder Konzertsaal.

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Headphone (1) Pro neben dem Vorgänger. (Foto: kwe)

Eine Besonderheit des Pro ist außerdem, dass er Auracast in zwei Richtungen beherrscht. Das heißt, er kann nicht nur zum Beispiel in einem Museum oder Kino ein Signal empfangen, sondern über LC3 auch als Sender an andere Auracast-fähige Geräte dienen.

Sehr effektives ANC, gute Ausdauer

Nothing hat ebenfalls die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) auf Top-Niveau angehoben. Der Headphone (1) unterdrückt nicht nur souverän das gleichmäßige Rauschen und Dröhnen im Flugzeug oder der Bahn. Er schluckt auch weitgehend höherfrequente Geräusche wie klappernde Tastaturen im Büro. Man kann ANC in drei Stufen einstellen oder adaptiv anpassen lassen.

Der Transparenzmodus wirkt weitgehend natürlich, allerdings ist hier im Gegensatz zum ANC ein deutlicheres Grundrauschen zu hören. Bei Telefonaten ist der Headphone (1) Pro nicht unbedingt spitze, aber er schlägt sich auch in dieser Disziplin gut.

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Die Ausdauer ist mit bis zu 30 Stunden bei aktiviertem ANC keine Meisterleistung, aber gut. Unter anderem liegt hier der Sonos Ace Ultra mit 35 Stunden vorn. Apples Airpods Max 2 kommen nur auf 20, der Sony WH-1000XM6 bietet ebenfalls 30 Stunden. Im Notfall hält ein erschöpfter Akku nach fünf Minuten am Ladegerät wieder bis zu zwei Stunden durch. Ein Wermutstropfen ist, dass man die Batterie nicht selbst austauschen kann.

Fazit

Nothing ist es mit dem Headphone (1) gelungen, einen Kopfhörer in der Bluetooth-Königsklasse zu platzieren. Die Gesamtleistung aus Klang, ANC und Vielseitigkeit überzeugt. Die Steuerung ist hervorragend, Tragekomfort und Ausdauer gut. Speziell Nutzerinnen und Nutzer, die bereits Fans des Nothing-Designs sind, könnten zum Headphone (1) Pro statt zu einem Kopfhörer der etablierten Konkurrenten greifen. Allerdings sind rund 350 Euro eine hohe Hürde für die eher preisbewusste Anhängerschaft. Dann gibt es aber immer noch den guten Vorgänger, den man ab rund 200 Euro bekommt. Der Nothing Headphone (a) für knapp 130 Euro ist auch nicht schlecht.

Quelle: ntv.de

KopfhörerAudio-Testsnothing