Pflege für kalte TageRaue Zeiten? Was gegen trockene Hände im Winter hilft

Draußen eisige Kälte, drinnen trockene Heizungsluft: Im Winter müssen unsere Hände so einiges aushalten. Die Folge sind oft eine raue, spannende oder sogar rissige Haut. Doch was hilft wirklich dagegen? Wir zeigen, welche Pflegeprodukte sinnvoll sind und wie sich trockene Hände mit einfachen Tricks vermeiden lassen.
Einmal über den Wollpullover gestrichen und schon bleiben die rauen Finger am Stoff hängen. Dazu spannt die Haut nach jedem Händewaschen und manchmal entstehen sogar schmerzhafte Risse. Im Winter sind trockene Hände für viele fast schon normal. Zum Glück lässt sich dagegen etwas unternehmen. Aber was kann die Haut wieder geschmeidig machen?
Warum unsere Hände im Winter besonders leiden
Dass die Hände vor allem in der kalten Jahreszeit so schnell austrocknen, hat gleich mehrere Gründe. Laut der Uniklinik RWTH Aachen produzieren die Talgdrüsen bei niedrigen Temperaturen weniger schützendes Fett. Gleichzeitig entzieht die trockene Luft der Haut Feuchtigkeit. Kommen häufiges Händewaschen, Seife und Reinigungsmittel hinzu, wird die natürliche Schutzbarriere zusätzlich beansprucht. Die Haut ist dadurch immer schlechter in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern und sich vor äußeren Reizen zu schützen. Die Hände fühlen sich zunächst rau an, beginnen zu spannen und können im schlimmsten Fall schmerzhafte Risse entwickeln.
Was eine gute Handcreme enthalten sollte
Nicht jede Handcreme ist für jedes Hautproblem gleichermaßen geeignet. Bei trockenen Händen lohnt sich vor allem ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Wie die Apotheken Umschau unter Berufung auf den Dermatologen Prof. Dr. Philipp Babilas erklärt, hilft beispielsweise Harnstoff (Urea) dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Ähnliches gilt laut AOK Gesundheitsmagazin für Glycerin. Pflanzliche Öle und reichhaltige Fette können zusätzlich dazu beitragen, dass die Haut weniger Feuchtigkeit verliert.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) empfiehlt bei sehr trockener, zu Neurodermitis neigender Haut gerade im Winter eher reichhaltige Pflegeprodukte. Auf Duftstoffe sollte dabei aber möglichst verzichtet werden, da sie empfindliche Haut zusätzlich reizen können. Vorsicht ist allerdings bei Urea geboten: Auf bereits eingerissener oder entzündeter Haut kann der Inhaltsstoff laut dem Fachportal DermNet unangenehm brennen.
Cetaphil Pro ItchControl Protect: Schutz für beanspruchte Hände
Wer häufig die Hände wäscht, mit Reinigungsmitteln hantiert oder im Beruf viel mit Wasser zu tun hat, kennt das Problem: Kaum ist die Haut eingecremt, kommen die Hände schon wieder mit Wasser in Berührung. Genau für solche Situationen wurde die Cetaphil PRO ItchControl Protect Handcreme entwickelt. Sie soll laut Hersteller einen schützenden Film auf der Haut bilden und dabei helfen, die Hände vor äußeren Belastungen zu bewahren.
Besonders interessant ist die Creme damit für alle, deren Hände im Alltag regelmäßig beansprucht werden. Bei stark gereizter oder entzündeter Haut kann allerdings eine gezieltere Pflege notwendig sein. Und: Auch die beste Schutzcreme ersetzt beim Umgang mit aggressiven Reinigungsmitteln keine Handschuhe.
Enthält pflegendes Glycerin und Jojobaöl
Zieht laut Hersteller schnell ein, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen
Frei von Duftstoffen und daher auch für empfindliche Haut geeignet
Inhalt: 50 Milliliter
Aktuell 33 Prozent günstiger
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Eucerin AtopiControl: Wenn die Haut schon gereizt ist
Während Cetaphil vor allem auf den Schutz beanspruchter Hände setzt, richtet sich die Eucerin AtopiControl Intensiv-Handcreme besonders an Menschen, deren Haut bereits stark ausgetrocknet ist, juckt oder zu Handekzemen neigt. Laut Hersteller soll sie die angegriffene Hautbarriere unterstützen und Juckreiz lindern. Damit eignet sie sich vor allem für empfindliche Hände, die mehr als nur eine leichte Alltagspflege benötigen.
Allerdings ist die Creme nicht für jeden gleichermaßen geeignet: Wer allergisch auf Hafer reagiert, sollte aufgrund der enthaltenen Haferbestandteile vorsichtig sein.
Mit Glycerin, Ceramiden und Sheabutter zur intensiven Hautpflege
Frei von Duftstoffen
Praktischer Doppelpack mit 2 x 75 Millilitern
Aktuell 13 Prozent günstiger
Zusätzlich 20 Prozent Rabatt mit dem Code eucerin20
Handmasken: Eine Extraportion Pflege für zwischendurch?
Handmasken funktionieren ähnlich wie Gesichtsmasken, nur dass die Pflege hier in speziellen Handschuhen steckt. Die Hände werden einfach hineingesteckt und können sich während der Einwirkzeit eine kleine Auszeit gönnen. Ein Beispiel ist die koreanische Handmaske von Plantifique, die trockene Haut laut Hersteller intensiv mit Feuchtigkeit versorgen soll.
Besonders praktisch ist die unkomplizierte Anwendung, da die Pflege bereits fertig portioniert ist. Allerdings enthalten die Masken auch Duftstoffe, weshalb sie für sehr empfindliche oder gereizte Haut weniger geeignet sein können. Als Ersatz für die regelmäßige Handpflege sind sie ohnehin nicht gedacht, für eine gelegentliche Wellnesspause können sie aber durchaus wohltuend sein.
Mit Glycerin, Hyaluronat und Sheabutter
Enthält vier Paar Einweghandschuhe
Einwirkzeit von etwa 30 Minuten
Kein Abwaschen notwendig, überschüssige Pflege kann anschließend einmassiert werden
Nachteil: Einweghandschuhe verursachen zusätzlichen Verpackungsmüll
Paraffinbäder: Wellness oder sinnvolle Hautpflege?
Eine weitere Möglichkeit, spröde Hände zu pflegen, sind warme Paraffinbäder. Dabei werden die Hände mehrfach in flüssiges, angenehm warmes Wachs getaucht. Nach dem Erstarren bildet es eine Schicht, die Wärme speichert und die Haut vorübergehend abschirmt. Laut einem Patienteninformationsblatt des britischen NHS-Klinikverbunds Wrightington, Wigan and Leigh können solche Anwendungen die Haut geschmeidiger machen.
Für eine gelegentliche Wellnessanwendung kann das AYITOO-Paraffinbad deshalb durchaus interessant sein. Allerdings ist die Behandlung deutlich aufwendiger als das Eincremen und birgt bei zu hohen Temperaturen Verbrennungsgefahr. Bei offenen Hautstellen oder akuten Ekzemschüben sollte darauf verzichtet werden. Und gegen die gewöhnliche Wintertrockenheit reicht eine gute Handcreme in der Regel völlig aus.
Enthält 800 Gramm Paraffinwachs
Inklusive Zubehör, unter anderem spezielle Hüllen für Hände und Füße
Auch für die Pflege trockener Füße geeignet
Nachteil: Wachs muss zunächst erwärmt und das Gerät anschließend gereinigt werden
Helfen auch einfache Handbäder?
Für weichere Hände muss übrigens nicht gleich ein teures elektrisches Gerät angeschafft werden. Schon ein kurzes Bad in lauwarmem Wasser kann sich angenehm anfühlen. Allerdings sollte die Haut nicht zu lange eingeweicht werden, denn besonders heißes Wasser kann die ohnehin angegriffene Hautbarriere zusätzlich belasten. Das IQWiG empfiehlt bei zu Neurodermitis neigender Haut deshalb, Bäder auf fünf bis zehn Minuten zu begrenzen und die Haut anschließend gut einzucremen.
Hausmittel gegen trockene Hände: Weniger ist oft mehr
Auch bei trockenen Händen muss es nicht immer ein spezielles Pflegeprodukt sein. Ein einfaches und preiswertes Hausmittel ist Vaseline. Die American Academy of Dermatology (AAD) empfiehlt sie bei trockener Haut, da sie einen schützenden Film bildet und den Feuchtigkeitsverlust verringert. Besonders gut bietet sich die Anwendung vor dem Schlafengehen an. Dafür werden die Hände großzügig eingecremt oder mit einer dünnen Schicht Vaseline gepflegt. Wer verhindern möchte, dass die Pflege auf der Bettwäsche landet, kann anschließend leichte Baumwollhandschuhe überziehen. So kann die reichhaltige Pflege über Nacht auf der Haut bleiben, ohne dass dafür teure Spezialmasken nötig sind.
Mit kleinen Gewohnheiten trockenen Händen vorbeugen
Noch besser als ständiges Nachcremen ist es, die Haut gar nicht erst unnötig zu strapazieren. Dafür reichen oft schon kleine Veränderungen im Alltag. Laut dem AOK Gesundheitsmagazin sollten die Hände beispielsweise möglichst mit lauwarmem statt heißem Wasser gewaschen werden. Auch milde, duftstofffreie Waschprodukte schonen die Haut. Nach dem Waschen empfiehlt es sich außerdem, die Hände vorsichtig trocken zu tupfen, statt kräftig mit dem Handtuch darüberzureiben. Besonders wichtig ist außerdem das regelmäßige Eincremen nach dem Händewaschen. Beim Spülen oder Putzen schützen geeignete Haushaltshandschuhe vor Wasser und Reinigungsmitteln. Und wer bei Minusgraden draußen unterwegs ist, sollte ebenfalls an warme Handschuhe denken.
Fazit: Gute Pflege ist nicht schwer
Gegen trockene Winterhände hilft vor allem eines: regelmäßig eincremen und die Haut vor unnötigen Belastungen schützen. Oft reichen schon eine passende Creme und ein paar einfache Gewohnheiten, damit sich die Hände auch im Winter wieder angenehm weich anfühlen.

