Rasen fit machen für den WinterJetzt vertikutieren: Darum ist der Zeitpunkt ideal

Der Sommer ist vorbei, der Winter noch nicht da: Genau dieses kurze Wetterfenster kann dem Rasen zugutekommen. Warum sich Vertikutieren jetzt noch lohnt und worauf es dabei ankommt.
Der Rasen sieht nach dem Sommer oft mitgenommen aus: Hitze, Trockenheit und intensive Nutzung schwächen die Gräser und hinterlassen kahle oder dünne Stellen. Genau hier können sich dann Moos und Rasenfilz breitmachen. Jetzt kann Vertikutieren besonders sinnvoll sein. Viel länger sollte die Arbeit allerdings nicht warten.
Darum lohnt sich Vertikutieren jetzt
Am besten wird vertikutiert, wenn die Tagestemperaturen wie aktuell noch etwa zwölf bis 18 Grad erreichen und die Nächte weitgehend frostfrei bleiben. Vorher sollte der Rasen auf rund drei bis vier Zentimeter gemäht und von grobem Laub befreit werden. Der Rasen selbst sollte trocken, der Boden leicht feucht, aber nicht aufgeweicht sein. Wichtig ist außerdem, dass das Gras noch wächst und nach der Behandlung mindestens zwei bis drei Wochen Zeit zur Erholung hat, bevor es dauerhaft kalt wird. Entsprechend sollten Gartenfreunde nicht mehr allzu lange warten.
Das richtige Arbeitsgerät: Welcher Vertikutierer für welchen Zweck?
Beim Kauf eines Vertikutierers kommt es vor allem auf die Größe der Rasenfläche, die gewünschte Bewegungsfreiheit und die nötige Leistung an. Daneben spielen Arbeitsbreite, verstellbare Arbeitstiefe, Gewicht und mögliche Zusatzfunktionen wie eine Lüfterwalze eine Rolle. Elektro-Vertikutierer eignen sich besonders für kleine bis mittelgroße Gärten. Sie sind vergleichsweise leicht, günstig und wartungsarm, benötigen allerdings eine Steckdose und ein ausreichend langes Verlängerungskabel. Der Bestseller in diesem Segment bei Amazon kommt von Einhell und ist aktuell für unter 100 Euro zu bekommen.
Akku-Vertikutierer hingegen bieten deutlich mehr Bewegungsfreiheit und arbeiten ebenfalls relativ leise und wartungsarm. Sie passen gut zu kleinen und mittleren Flächen, wobei Laufzeit und Leistung stark vom verwendeten Akku abhängen. Das Modell WG855E.9 von Worx ist im vergangenen Monat bei Amazon mehr als 200 Mal verkauft worden und schafft eine Fläche von bis zu 400 Quadratmetern laut Hersteller.
Benzin-Vertikutierer sind die kräftigste Variante und vor allem für große Rasenflächen interessant. Sie kommen ohne Kabel oder Ladepausen aus, sind dafür aber schwerer, lauter und pflegeintensiver als Elektro- oder Akku-Modelle. Der Vertikutierer SC50VARIO von Scheppach ist entsprechend teurer, schafft dafür laut Hersteller aber auch bis zu 1.500 Quadratmeter Fläche.
Die günstigste Variante mit Abstand ist der Handvertikutierer. Der eignet sich vor allem für kleine Rasenflächen oder einzelne Problemstellen. Handvertikutierer sind günstig, benötigen weder Strom noch Benzin und lassen sich sehr gezielt einsetzen – bei größeren Flächen wird die Arbeit allerdings schnell anstrengend. Gardena verkauft seinen Handvertikutierer für 54 Euro bei Amazon. Allerdings braucht es hier noch einen separat erhältlichen Combisystem-Stiel.
Diese Helfer machen die Rasenpflege komplett
Nach dem Vertikutieren zeigt sich schnell, wo der Rasen zusätzliche Unterstützung braucht. Für kahle Stellen lohnt sich eine passende Rasensaat, die sich mit einem Streuwagen gleichmäßiger verteilen lässt. Auch Herbstdünger kann sinnvoll sein, um die Gräser vor dem Winter noch einmal mit Nährstoffen zu versorgen.
Wann Vertikutieren nicht sinnvoll ist
Vertikutieren ist keine Pflichtübung für jeden Herbst. Ist der Rasen dicht, gesund und weitgehend frei von Moos oder starkem Rasenfilz, reichen normales Mähen, Düngen und gegebenenfalls Nachsäen meist aus. Auch bei frisch angelegtem oder noch jungem Rasen sollte besser darauf verzichtet werden, weil die Grasnarbe noch nicht ausreichend gefestigt ist. Ungünstig ist Vertikutieren außerdem bei Frost, großer Hitze, anhaltender Trockenheit oder stark aufgeweichtem Boden. In solchen Fällen richtet die Behandlung oft mehr Schaden an, als sie nutzt.






