ThüringenToter nach Konzert in der Schweiz - Linke fordert Aufklärung

Ein 27-Jähriger aus Greußen stirbt nach einer Afterparty in der Schweiz. Zuvor sollen Gäste den Hitlergruß gezeigt haben. Was die Thüringer Linke-Fraktion jetzt von den Ermittlern erwartet.
Erfurt (dpa/th) - Die Linke-Fraktion fordert nach dem Tod eines Thüringers nach einem Konzert in der Schweiz Aufklärung zu den Tathintergründen. "Bisher veröffentlichte Berichte aus der Schweiz machen deutlich, dass erneut neonazistische Gewalt einem Menschen das Leben gekostet hat. Erneut müssen Angehörige und Freunde um einen Menschen trauern, der noch leben könnte", sagte die Linke-Abgeordnete Katharina König-Preuss laut einer Mitteilung.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz von Anfang der Woche war es auf einer Afterparty nach dem Auftritt der saarländischen Deutschrock-Band Krawallbrüder zu einem Streit zwischen mehreren Personen gekommen. "Mutmaßlich deshalb, weil mehrere der anwesenden Personen den Hitlergruß gezeigt haben", hieß es.
Der verstorbene kommt aus Greußen
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 18. Oktober im Eventlokal The Bandits in Tuggen. Der 27-jährige Thüringer starb danach an seinen tödlichen Verletzungen. Nach Angaben der Thüringer Polizei kommt der Mann aus Greußen (Kyffhäuserkreis). Ein 42-jähriger Schweizer wurde als Verdächtiger festgenommen.
Schweizer Medienberichten zufolge soll der Verdächtige langjähriges Mitglied des rechtsextremen Netzwerks Blood & Honour sein. Dazu hatte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben gemacht.
König-Preuss forderte, dass der mögliche rechtsextreme Hintergrund der Tat bei den Ermittlungen konsequent berücksichtigt werden müsse. "Gerade mit Blick auf die Erfahrungen aus dem NSU-Komplex darf ein möglicher rechter Tathintergrund weder übersehen noch verharmlost werden", sagte sie.