ThüringenMann nimmt Gift zu sich - Polizeieinsatz im Krankenhaus

Nach der Untersuchung einer Probe ist klar: Ein Mann in Gera hat Gift eingenommen. Sein Krankenhausaufenthalt hat auch Folgen für die Feuerwehr und Polizei.
Gera (dpa/th) - Vergiftungssymptome eines Mannes haben am Dienstag einen Polizei- und Feuerwehreinsatz in einem Krankenhaus in Gera ausgelöst. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes untersuchten eine mitgebrachte Probe des Stoffes, wie die Polizei mitteilte. Die Untersuchung ergab demnach, dass es sich um Gift handelt, das der 43-Jährige selbst eingenommen hatte.
Noch sei nicht bekannt, um welche Substanz es sich handelt, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zu Mittwoch. Laut einem Bericht des MDR wurde das Pflanzengift Rizin identifiziert - es wirkt hochgiftig, sobald es eingeatmet oder direkt in die Blutbahn gegeben wird.
Spezialkräfte finden Gift in Wohnung
Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurde der Polizei zufolge weiteres Gift gefunden, das von Spezialkräften gesichert und entfernt werden konnte. Demnach kamen keine unbeteiligten Personen mit dem Gift in Berührung. Für andere Patienten oder Beschäftigte der Klinik sowie die restliche Bevölkerung bestehe keine Gefahr.
Der Mann war am Mittag in das Krankenhaus in der Straße des Friedens gebracht worden. Kräfte von Feuerwehr und Polizei stellten Schutz und Dekontaminierung der Einsatzkräfte sicher.
Rizin ist ein pflanzliches Toxin aus den Samen der Rizinuspflanze, die auch unter dem Namen "Palma Christi" oder "Wunderbaum" bekannt ist. Wird es oral eingenommen, kann die Vergiftung nach Angaben des Robert Koch-Instituts tödlich verlaufen - dies sei aber nur selten der Fall.