ThüringenDWD: Bislang stärkster Tornado 2026 in Thüringen

Rund 250 Kilometer pro Stunde: Ein Tornado verwüstete am 19. August Teile Ohrdrufs. Es war längst nicht der einzige Tornado, der an diesem Tag durch Deutschland fegte.
Offenbach/Erfurt (dpa/th) - Der bislang stärkste Tornado dieses Jahr in Deutschland ist vorläufigen Ergebnissen nach in Ohrdruf registriert worden. Der Tornado, der am 19. August in Landkreis Gotha auftrat, sei auf der sogenannten Internationalen Fujita-Skala mit der Intensitätsstufe IF2.5 bewertet worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Das entspreche Windgeschwindigkeiten von um die 250 Kilometer pro Stunde. Zuletzt seien in Deutschland Tornados solcher Stärke 2022 in Lippstadt und Paderborn in Nordrhein-Westfalen festgestellt worden.
In der bisherigen Tornadosaison in Deutschland seien bislang 34 Tornadofälle bestätigt worden, hieß es bei den Wetterexperten weiter zur vorläufigen Saisonbilanz. Das liegt unter dem statistischen Mittelwert der vergangenen Jahre, der knapp 50 Fällen pro Jahr entspricht.
Mehr als die Hälfte der Tornados in diesem Jahr seien am 19. August aufgetreten: Das sei der bislang größte Tornadoausbruch in Deutschland gewesen, der sich in den Aufzeichnungen der Europäischen Unwetterdatenbank ESWD finden lässt.
Was zu vielen Tornados an dem August-Tag führte
Ein Tiefdruckgebiet zog demnach an diesem Tag von West nach Ost über die Mitte Deutschlands und führte zu teils schweren Gewittern. Diese erzeugten den Fachleuten zufolge wiederholt Tornados. 16 Tornados konnten in diesem Kontext bestätigt werden. "Hinzu kommen ein Tornado bei Fürstenwalde und zwei Wasserhosen bei Norderney am gleichen Tag", so der DWD. Einen vergleichbaren Ausbruch gab es zuletzt 2007: Im Zusammenhang mit Orkantief Kyrill wurden damals 14 Tornados erfasst.
Zwar erstreckt sich die Tornadosaison in Deutschland in der Regel von Ende Mai bis September. Die DWD-Fachleute betonen aber: "Auch wenn die Hauptsaison für Tornados vorbei ist, können bis zum Jahresende noch weitere Fälle hinzukommen, zudem sind zahlreiche Verdachtsfälle noch nicht abschließend bewertet."