SachsenPanter mahnt zur Vorsicht trotz Sachsens Stimmungshoch

Ostdeutsche Unternehmen blicken zum sechsten Mal in Folge optimistischer in die Zukunft. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter sieht dennoch Gründe für Vorsicht.
Dresden (dpa/sn) - Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sieht nach drei Jahren Dauerkrise eine Trendwende in der Wirtschaft des Freistaates. "Besonders ermutigend ist, dass es auch in der Industrie und im Verarbeitenden Gewerbe wieder aufwärtsgeht. Das macht Hoffnung und zeigt: Unsere Wirtschaft gewinnt wieder an Zuversicht", sagte Panter zu Zahlen des Dresdner Ifo-Institutes. Jetzt komme es darauf an, diesen positiven Trend zu festigen und daraus nachhaltiges Wachstum zu entwickeln.
Erwartungen der Unternehmen deutlich gewachsen
Nach Angaben von Ifo stieg der Geschäftsklimaindex des Instituts im Oktober auf 92,2 Punkte. Im September hatte er noch bei 91,2 Punkten gelegen. Damit kletterte der Wert den sechsten Monat in Folge. Die befragten Unternehmen schätzten demnach ihre aktuelle Geschäftslage geringfügig besser ein als im Vormonat. Zu den Erwartungen äußerten sie sich aber deutlich optimistischer. Vor allem im Handel verbesserte sich das Geschäftsklima demnach merklich.
Etwas besser als im Vormonat entwickelte sich der Wert auch im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor. Im Bauhauptgewerbe dagegen kühlte sich das Geschäftsklima im Oktober etwas ab.
Stimmungsverbesserung wie schon lange nicht mehr
Panter hob die positiven Trends hervor. "Eine derart deutliche Stimmungsverbesserung der Unternehmen haben wir in Sachsen schon lange nicht mehr gesehen. Die Unternehmen blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft - das ist ein wichtiges und erfreuliches Signal. Sachsen folgt damit der positiven Entwicklung in Ostdeutschland und im Bund." Anzeichen für eine konjunkturelle Trendwende würden sich verdichten.
Minister hält Differenzierung für geboten
Allerdings hält Panter eine Differenzierung für geboten. "Der außergewöhnlich starke Anstieg ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass mehrere größere sächsische Unternehmen ihre Einschätzungen deutlich verbessert haben. Aufgrund ihres hohen Gewichts schlägt sich das entsprechend stark im Gesamtergebnis nieder. Vorsicht ist somit weiter geboten und wir haben nach wie vor die Aufgabe, die sächsische Wirtschaft bestmöglich zu unterstützen."
Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Ostdeutschland beruht auf rund 1.700 Meldungen von Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungssektor, Handel und Bauhauptgewerbe. Er gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunktur. Der Geschäftsklimaindex setzt sich sowohl aus Einschätzungen zur aktuellen Lage, als auch zu Geschäftserwartungen zusammen.