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Sachsen-AnhaltWo Magdeburgs Uni-Rektor rote Linien sieht

05.10.2026, 01:02 Uhr
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In ihrem Wahlprogramm hat die AfD Pläne für die Hochschullandschaft skizziert. Ulrich Siegmund will sich im Dezember zum Regierungschef wählen lassen. Was könnte auf die Hochschulen zukommen?

Magdeburg (dpa/sa) - Von der Finanzierung über Professuren bis zu strukturellen Entscheidungen könnte eine AfD-geführte Landesregierung erheblichen Einfluss auf die Hochschulen nehmen. Der Rektor der Universität Magdeburg, Jens Strackeljan, warnt in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor den Folgen bis hin zu einer möglichen wissenschaftlichen Isolierung Sachsen-Anhalts.

Im Grundgesetz sei die Freiheit der Wissenschaft garantiert, eine Landesregierung könne aber sagen: "Du kannst dieses Thema erforschen, aber nicht mit unserem Geld". Bei der Einrichtung von Professuren brauche es die Genehmigung des Landes. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die anderen Bundesländer würden ihre wissenschaftlichen Maßstäbe in der Förderung aber nicht verändern. Und rund 85 Prozent des Uni-Budgets seien Landesmittel.

Abkehr von Bachelor und Master?

Wenn die AfD von Bachelor- und Masterstudiengängen zu alten Abschlüssen zurückkehren wolle, würde es der Uni "schlicht den Stecker ziehen". "Viele unserer internationalen Studierenden kommen nach ihrem Bachelor irgendwo auf der Welt gezielt für einen englischsprachigen Master nach Sachsen-Anhalt. Die würden nicht noch einmal in ein Diplom- oder Magisterprogramm einsteigen. Die kommen entweder zum Master - oder sie kommen gar nicht."

Strackeljan signalisiert Gesprächsbereitschaft. "Es kann sein, dass ich einen Dienstherrn oder eine Dienstherrin aus der AfD bekomme. Dann müssen wir miteinander sprechen. Aber für uns ist klar: Die Weltoffenheit unseres Campus ist eine rote Linie." Die Universität habe über 5.500 internationale Studierende, 2.200 aus Indien. "Viele sind seit Jahren hier, haben sich integriert, wollen bleiben, und wir haben vielfältige Integrationsprogramme für sie geschaffen. An dieser Weltoffenheit lassen wir uns nicht verbiegen."

Die AfD ist bei der Landtagswahl mit Abstand stärkste Kraft geworden, sie kam auf knapp 44 Prozent. Ulrich Siegmund will sich im Dezember zum ersten AfD-Ministerpräsidenten wählen lassen, braucht dafür aber mindestens drei Stimmen aus anderen Fraktionen.

Quelle: dpa

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