Nordrhein-WestfalenHalloween: Böller und Angriffe auf Einsatzkräfte in NRW

Für die Polizei gab es zumeist nur Saures: Mancherorts wurden auch Einsatzkräfte mit Böllern beworfen. In Viersen lief ein 13-Jähriger mit eingeschalteter Kettensäge durch die Stadt - ohne Kette.
Köln/Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Halloween-Nacht hat die Polizei landesweit in Atem gehalten. Vor allem in Köln gab es Gruppen, die randalierend durch die Stadt zogen. Müllcontainer wurden in Brand gesetzt, Pyrotechnik und Glasflaschen auf Einsatz- und Rettungskräfte geworfen. Auch Feuerwehrleute wurden bei Löscharbeiten attackiert. Mehrere Menschen kamen in Gewahrsam. 23 Polizisten wurden verletzt, wie die Polizei Köln berichtete.
Vergleichbare Ausschreitungen gab es ansonsten in Nordrhein-Westfalen nicht. Viele Polizeibehörden berichteten aber von zahlreichen Einsätzen unter anderem wegen Körperverletzungen und Böller-Explosionen.
Polizei Düsseldorf zieht positive Halloween-Bilanz
In Düsseldorf zog die Polizei trotz vieler Einsätze eine positive Bilanz. Es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben, hieß es in einer Mitteilung. Allerdings habe man sich verstärkt mit Körperverletzungen, Streitigkeiten, randalierenden Personen und Menschen in hilflosen Situationen befassen müssen.
In Duisburg berichtete die Polizei von zahlreichen Böller- und Eierwürfen, auch in Richtung von Einsatzkräften. Sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen. In einem Fall versuchten Menschen, mit Böllern eine Schaufensterscheibe zu beschädigen. Sie erhielten Strafanzeigen.
Feuerwehr Leverkusen zählt 14 Halloween-Einsätze
In Leverkusen musste die Feuerwehr 14 Mal im Zusammenhang mit Halloween-Exzessen ausrücken. Meistens brannten dabei Mülltonnen und -container. Bei einem Einsatz wurden Feuerwehrleute mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Reizgas besprüht. Eine Einsatzkraft der Feuerwehr erlitt dabei ein Knalltrauma und musste zur Kontrolle ins Krankenhaus.
In Mönchengladbach warfen unbekannte, verkleidete Personen einen Böller durch das Fahrerfenster in ein langsam vorbeifahrendes Auto. Der Böller explodierte im Fahrzeuginnenraum und verletzte den Fahrer an der Hand. Alle vier Insassen kamen mit Verdacht auf ein Knalltrauma zur Kontrolle in ein Krankenhaus. Ermittelt wird jetzt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
13-Jähriger in Viersen läuft mit Kettensäge durch Stadt - ohne Kette
In Viersen erschreckte laut Polizei ein 13-Jähriger mit einer Kettensäge die Menschen. Das Gerät hatte zwar keine Kette, aber der Motor war eingeschaltet. Die Kettensäge wurde bis zum nächsten Tag sichergestellt. Insgesamt zog Polizeidirektor Stefan Neugebauer für den Kreis Viersen ein positives Fazit der Halloween-Nacht: "Die große und sichtbare Polizeipräsenz, vor allem in der Innenstadt von Viersen, hat sicherlich zu dem insgesamt friedlichen Verlauf beigetragen. Größere Randale hat es jedenfalls nicht gegeben."