Niedersachsen & BremenProzessauftakt nach Doppelmord in Rinteln

Ein Paar wird im Schlaf erstochen. Jetzt hat der Prozess gegen einen 23-Jährigen begonnen. Was ist am ersten Verhandlungstag passiert?
Bückeburg/Rinteln (dpa/lni) - Im Prozess um einen Doppelmord in Rinteln hat der Angeklagte zum Auftakt geschwiegen. In der Verhandlung vor dem Landgericht Bückeburg wurde zunächst die Anklage verlesen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Verteidigung hat für den nächsten Verhandlungstag eine Einlassung des Angeklagten angekündigt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten zweifachen Mord und versuchte Nötigung vor. Laut Anklage soll der heute 23-Jährige in der Nacht zum 2. Mai eine 44 Jahre alte Frau sowie deren 50 Jahre alten Lebensgefährten im Schlaf erstochen haben. Die beiden Opfer seien arg- und wehrlos gewesen.
Angeklagter ist Ex-Freund der Tochter des getöteten Paares
Bei dem Angeklagten handelt es sich laut Polizeiangaben um den ehemaligen Freund der Tochter des getöteten Paares. Hintergrund dürfte demnach sein, dass sich die 17-Jährige kurz vor der Tat von ihm getrennt hatte.
Die Tochter hatte die Leiche ihrer Mutter und die des Lebensgefährten vormittags im gemeinsamen Wohnhaus entdeckt. Eine Obduktion bestätigte, dass die beiden gewaltsam ums Leben kamen.
Angeklagter soll Tat einem Zeugen gestanden haben
Dem Angeklagten wird ferner vorgeworfen, am Tag der Tat einem Zeugen das Verbrechen gestanden und ihm mit dem Tod gedroht zu haben, sollte er ihn an die Polizei verraten. Der Angeklagte war zur Tatzeit 22 Jahre alt und ist deutscher Staatsbürger.
Das Gericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage anberaumt. Es sind zwölf Zeugen und ein Sachverständiger geladen. Der Prozess wird am 10. November fortgesetzt.