HessenStolperstein-Künstler und Journalistin Nguyen-Kim geehrt

Zum 80. Geburtstag der hessischen Verfassung bekommen die Journalistin Nguyen-Kim und der Künstler Demnig eine neue Auszeichnung. Warum die beiden sich um die Demokratie verdient gemacht haben.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim und der Künstler Gunter Demnig als Erfinder der sogenannten Stolpersteine sind mit dem neuen Verfassungspreis des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom Hessischen Landtag gestiftet und würdigt herausragendes Engagement für die Demokratie.
Nguyen-Kim und Demnig seien Vordenker auf ihrem jeweiligen Feld und hätten den Geist der hessischen Verfassung vorbildhaft in das Hier und Jetzt transportiert, erklärte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) in Wiesbaden. Die hessische Verfassung ist die älteste noch geltende Landesverfassung Deutschlands, die noch in Kraft ist. In diesem Jahr wird sie 80 Jahre alt.
"Tief erschüttert" von Stolperstein-Aus in sächsischer Stadt
Der Aktionskünstler Demnig aus dem mittelhessischen Alsfeld leistet dem Landtag zufolge mit seinen Stolpersteinen in Gehsteigen schon seit 30 Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Erinnerung an NS-Opfer. Demnig müsse sich und sein Projekt gegen viele politische Angriffe verteidigen, erklärte Wallmann. "Das jüngst in einer sächsischen Stadt vom dortigen Stadtrat mehrheitlich beschlossene Verbot zur Verlegung weiterer Stolpersteine ist ein Skandal, der viele Menschen in diesem Land, auch mich ganz persönlich, tief erschüttert hat."
Wichtiger Beitrag im Kampf gegen Desinformation
Die von der Hessischen Bergstraße stammende, promovierte Chemikerin, Moderatorin und Autorin Nguyen-Kim leiste durch ihre innovative Art der Wissensvermittlung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Vertrauens in Wissenschaft und Journalismus, hieß es in der Laudatio.
Ihre Arbeit belege eindrucksvoll, wie sich mit ansprechenden Inhalten Reichweite in den neuen Medien erzeugen lasse. "Angesichts von Falschmeldungen, Desinformation und KI-generierten Bildern fällt es zunehmend schwerer, Fakten von Behauptungen und Wahrheit von Lügen zu unterscheiden", erläuterte Wallmann.
Der Verfassungspreis, der künftig alle fünf Jahre vergeben werden soll, ist undotiert, aber mit einer Urkunde sowie einer Bronzeskulptur verbunden. Diese hat der Bildhauer Stephan Balkenhol aus Kassel gestaltet.