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HessenAngriff im Gericht: Anklage wegen versuchten Totschlags

31.10.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Michael Bauer/DPA)

Vier Justizwachtmeister griffen ein, nachdem ein 42-Jähriger im Gerichtssaal eine Staatsanwältin attackierte. Was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft.

Hanau (dpa/lhe) - Weil er während einer Urteilsverkündung eine Staatsanwältin in Hanau angegriffen und ihr auf den Kopf geschlagen haben soll, ist ein 42-Jähriger angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung sowie Beleidigung und Bedrohung vor. Zuvor hatte der "Hanauer Anzeiger" darüber berichtet.

Zugetragen hatte sich der Fall am 20. Mai. Der wegen zahlreicher Diebstähle und Gewalttaten bereits mehrfach vorbestrafte Hanauer war am Ende eines sechs Monate andauernden Strafverfahrens wegen zehnfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie als höchste Maßregel zur anschließenden Sicherungsverwahrung auf unbestimmte Dauer verurteilt worden.

Anklage sieht "absoluten Vernichtungswillen"

Als Vorsichtsmaßnahme hatte die Strafkammer bereits die Fesselung des Angeklagten während der Urteilsverkündung angeordnet. Trotzdem sei es dem 42-Jährigen gelungen, von der Anklagebank aufzuspringen und die Staatsanwältin auf der gegenüberliegenden Seite des Saals zu attackieren, erklärt die Staatsanwaltschaft. Er habe der Frau mit den Handschellen mit voller Wucht auf den Kopf geschlagen und sei dabei vorsätzlich und mit "absolutem Vernichtungswillen" vorgegangen. Vier Wachtmeister, die sofort eingriffen, hätten Schlimmeres verhindert und den Angreifer überwältigt.

Die Staatsanwältin erlitt bei dem Angriff unter anderem eine Schädelprellung, Schürfwunden an beiden Händen, eine Prellung am Unterarm und eine Prellung am Handgelenk. Zwei Wachtmeister erlitten leichte Verletzungen.

Überregionales Aufsehen

Der Fall hatte überregional für Aufsehen gesorgt. Justizminister Christian Heinz (CDU) hatte die Attacke als "Angriff auf den Rechtsstaat" verurteilt. Bei einem Besuch des Landgerichts Hanau sprach er von einem einmaligen Vorfall und bedankte sich bei den vier Justizwachtmeistern, die den Angeklagten schließlich überwältigt und in seine Zelle zurückgebracht hatten.

Quelle: dpa

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