Hamburg & Schleswig-HolsteinSPD für konsequentere Waffenkontrollen

Wer den Termin für eine Waffenkontrolle kennt, kann Mängel bei der Aufbewahrung vorher beseitigen. Die SPD kritisiert, dass auch künftig nur 30 Prozent der Kontrollen unangekündigt sein sollen.
Kiel (dpa/lno) - Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Ulf Kämpfer fordert, dass die Regeln für den privaten Waffenbesitz überall im Land konsequent durchgesetzt werden. Dafür bräuchten Behörden die nötigen Mittel, ausreichend Personal und Rückhalt, betonte der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl im kommenden April.
139 Ordnungswidrigkeiten, 54 Straftaten und 86 Widerrufsverfahren im vergangenen Jahr machten deutlich, dass sichere Waffenaufbewahrung ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Sicherheit sei, so Kämpfer zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion. Zuerst hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet.
Große Unterschiede auf Kreisebene
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Niclas Dürbrook, bemängelte große regionale Unterschiede. In Ostholstein seien 2025 bei 280 Kontrollen 63 Verstöße festgestellt worden, in Stormarn bei 233 Kontrollen kein einziger. "Das wird kaum ein Zufall sein." Unangekündigte Kontrollen sind nach Dürbrooks Überzeugung besonders wichtig, um einen realistischen Eindruck von den Aufbewahrungsbedingungen zu bekommen. Wer vorher einen Termin vereinbare, gebe Gelegenheit, Mängel vorübergehend zu beseitigen.
Dürbrook nannte es enttäuschend, dass erst im kommenden Jahr eine verbindliche Vorgabe für unangekündigte Kontrollen gelte. "Zudem sollen künftig lediglich 30 Prozent der Kontrollen unangekündigt erfolgen, obwohl das Innenministerium selbst bislang aus fachlichen Gründen mindestens die Hälfte empfohlen hat."