Berlin & BrandenburgPeitz feiert Karpfenernte - Kormorane machen Sorge

Der Peitzer Karpfen ist über den Spreewald hinaus als Spezialität bekannt. Jetzt steht das Abfischen an. Die Karpfenernte wird gefeiert, doch hungrige Kormorane machen den Fischern zu schaffen.
Peitz (dpa/bb) - In Peitz im Spreewald hat die traditionelle Karpfenernte begonnen. Besucher können bis Sonntag das Abfischen des Hälterteichs miterleben. Die Karpfenzucht hat in Peitz im Landkreis Spree-Neiße eine lange Tradition. Der Fischzug wird mit einem bunten Programm gefeiert.
Fischer beklagen seit längerem, dass gefräßige Kormorane zu weniger Erträgen führten. Eine Brutkolonie der Wasservögel am Cottbuser Ostsee habe Schaden angerichtet, sagte der Geschäftsführer der Spreewälder Teichwirtschaft, Gerd Michaelis. "Da sind über 200 Brutpaare, die mit ihren Jungen fast 1000 Vögel ergeben. Das führt natürlich dazu, dass die Vögel Hunger haben und sofort in den Teichen sind."
Der Peitzer Karpfen hat eine lange Tradition
Michaelis rechnet derzeit mit einer Ernte von rund 300 Tonnen Speisefisch in diesem Jahr. Vor allem zum Jahresende sollen sie auf deutschen Tellern landen. Denn Karpfen hat vor allem zu Weihnachten und Silvester Tradition.
Rund um Peitz gibt es nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz eines der größten zusammenhängenden Teichgebiete Deutschlands. Karpfen werden seit dem 16. Jahrhundert in der Region gehalten. Der Name Peitzer Karpfen ist als geografische Angabe durch eine EU-Qualitätssiegel geschützt - ähnlich wie Champagner, Parmaschinken oder Parmesankäse, der aus einer bestimmten Region stammen muss.