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Berlin & BrandenburgLeag gewinnt Zuschlag für sieben Gaskraftwerks-Projekte

03.11.2026, 16:10 Uhr
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Das Unternehmen Leag setzt sich im Wettbewerb um neue Gaskraftwerke durch. Der Zuschlag gilt wegen des Kohleausstiegs als wichtiges Signal für die Lausitz. Aber für Stromkunden kann es teurer werden.

Cottbus/Bonn (dpa/bb) - Der Lausitzer Energieversorger Leag ist ein großer Gewinner der Ausschreibung für neue Gaskraftwerke in Deutschland. Das Unternehmen konnte sich mit gleich sieben Projekten durchsetzen - vier in Jänschwalde in Brandenburg, zwei im sächsischen Boxberg und eines in Leipheim in Bayern. Wirtschaft und Politik bewerteten die Zuschläge für die Gaskraftwerke als gute Zukunftsperspektive für die Bergbauregion Lausitz angesichts des Kohleausstiegs.

Leag-Chef: "Wettbewerbsfähiger als andere"

"Wir sind sehr stolz, dass wir mit den technischen Konzepten, die auf Wirtschaftlichkeit beruhen, sehr erfolgreich waren", sagte Leag-Vorstandsvorsitzender Adi Roesch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir waren offenkundig wettbewerbsfähiger als andere." Die Projekte seien für die Zukunft nach dem Kohleausstieg in der Lausitz wichtig, sagte Roesch. Das Energieunternehmen investiert nach eigenen Angaben in alle Anlagen insgesamt rund 1,5 bis 2 Milliarden Euro.

Die insgesamt elf Zuschläge in der ersten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur gingen fast alle an den Energiekonzern RWE in Nordrhein-Westfalen und die Leag mit Sitz in Cottbus. Sie wollen überwiegend an bestehenden oder früheren Kohlekraftwerksstandorten investieren. Andere Energieunternehmen gingen leer aus.

Ab 2031 sollen neue Gaskraftwerke Strom liefern

Ab 2031 sollen die Gaskraftwerke dafür sorgen, dass bei zu wenig Wind- und Sonnenstrom trotzdem genug Strom da ist. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke jedoch "klimaneutral" mit Wasserstoff laufen.

Die neuen Kraftwerksprojekte sollen für das Bereithalten der sogenannten Erzeugungskapazität 15 Jahre lang Geld bekommen. Ermittelt wurden sie in einem Bieterverfahren, bei dem 41 Gebote abgegeben wurden. Geplant sind noch zwei weitere Ausschreibungen.

Kohlekraftwerke der Leag werden umgerüstet

Die Leag setzt für die Gaskraftwerke überwiegend ein sogenanntes FuelSwitch-Konzept um. Dabei geht es um eine Umrüstung an bestehenden Braunkohlekraftwerken, sodass der Materialbedarf geringer ist. "Wir nutzen weiterhin bestehende Anlagen und die Netzanschlüsse. Das senkt die Investitionskosten", sagte Leag-Chef Roesch. Deshalb sei die Leag in den Geboten günstiger gewesen.

In Bayern kam allein die Leag mit dem Standort in Leipheim zum Zug. "Die Leag hat sich angestrengt und eines gewonnen", sagte Roesch dazu.

Insgesamt wurden laut Ausschreibung 5.160 Megawatt Kapazität bezuschlagt. Im Schnitt lag der Zuschlagswert den Angaben zufolge bei 155.296 Euro je Megawattstunde. Daraus ergeben sich für diese elf Kraftwerksprojekte jährliche Kosten von gut 800 Millionen Euro.

Sorgen wegen Auswirkungen auf Strompreise

Die Kosten sollen durch eine neue Umlage von allen Stromverbrauchern getragen werden. Um wie viel der Strom dann teurer wird, ist noch offen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte dem Nachrichtenportal Politico: "Für den Strompreis ist es eher eine weniger gute Nachricht, weil der Strompreis durch den Bau der Gaskraftwerke steigen wird." Den Zuschlag bezeichnete die Landesregierung als gute Entwicklung für die Lausitz.

Verband: Perspektive für Beschäftigte

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Sven Weickert, sprach von einem wichtigen Signal für die Zukunft von Jänschwalde und einer neuen Perspektive für den Energiestandort und seine Beschäftigten. Vorhandene Infrastruktur, Fachkräfte und Know-how blieben in der Region, sagte der CDU-Fraktionschef im Landtag, Steeven Bretz. Ende 2028 wird das Kraftwerk Jänschwalde vollständig stillgelegt.

Grüne: Kohleausstieg vorziehen

Gesetzlich vereinbart ist der Kohleausstieg in der Lausitz bis spätestens 2038. Der Brandenburger Bundestagsabgeordnete Michael Kellner sagte nach dem Zuschlag für die Leag-Gaskraftwerke, das Ergebnis eröffne jetzt die Chance, den Kohleausstieg vorzuziehen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte, RWE und Leag hätten Zuschläge für neue fossile Gaskraftwerke erhalten. "Kein einziger Batteriespeicher hat sich erfolgreich an der Ausschreibung beteiligt."

Quelle: dpa

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