Berlin & Brandenburg"Dagobert" gejagt - LKA-Fahnder Textor gestorben

Martin Textor, der 1994 die Festnahme des Kaufhaus-Erpressers "Dagobert" leitete, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Vor zwei Jahren sprach er noch über den berühmten Fall.
Berlin (dpa/bb) - Bekannt wurde der Berliner LKA-Fahnder Martin Textor im April 1994, als er zusammen mit seinen Kollegen den berühmten Kaufhaus-Erpresser Arno Funke alias "Dagobert" fasste. Textor war damals als Abteilungsleiter im Landeskriminalamt (LKA) für den monatelangen und aufwendigen Polizeieinsatz verantwortlich. Nun ist er im Alter von 81 Jahren gestorben, wie die Polizei mit Berufung auf die Familie bestätigte. Zuvor hatte ein "Bild"-Reporter berichtet.
Textor war viele Jahre für die Spezialeinheiten im Berliner Landeskriminalamt verantwortlich. Über die Jagd nach dem Kaufhaus-Erpresser sagte er 2024, 30 Jahre nach dem Zugriff: "Man ist mit Dagobert im Kopf eingeschlafen und mit Dagobert im Kopf aufgewacht." Zwei Jahre lang hatte der Kaufhaus-Erpresser Polizisten in Berlin und Hamburg mit ausgeklügelten Tricks genarrt. "Dagobert" nannten Polizei und Medien ihn, weil er mit "Onkel Dagobert grüßt seine Neffen" in Zeitungsannoncen das Signal für Geldübergaben geben wollte.
Viele Jahre später trafen sich der pensionierte Polizist und der längst aus dem Gefängnis entlassene Ex-Erpresser ab und an zu einem Jahrestag. Ex-Polizist Textor war überzeugt, dass Funke keine Straftaten mehr verübt. Er habe ein geordnetes Leben. "Er ist ein wirklich ungewöhnlicher Mensch."