Ratgeber

Nach Explosion in Regensburg Gasleck? Gasgeruch erkennen und richtig reagieren

28.10.2026, 12:35 Uhr
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Duftstoffe machen Gas wahrnehmbar: Erdgas und Flüssiggas werden mit intensiv riechenden Stoffen versetzt, damit Lecks auffallen. (Foto: dpa)

Ein Mehrfamilienhaus in Regensburg steht in Brand. Unklar ist, ob eine Gasexplosion eine Rolle spielte. Der Vorfall erinnert daran, wie gefährlich austretendes Gas sein kann. Was gilt im Ernstfall?

Nach einer Explosion steht ein Mehrfamilienhaus in Regensburg in Brand. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Ob Gas die Ursache war, ist unklar - die Vermutung wurde zwischenzeitlich seitens der Polizei geäußert.

Derartige Fälle rufen in Erinnerung, wie gefährlich austretendes Gas sein kann - und wie wichtig es ist, ein Leck rechtzeitig zu erkennen. Schwere Gasunfälle sind zwar selten. Passieren sie aber und tritt Gas aus, zählt jede Minute. Wie erkennt man ein Leck, und welche Verhaltensregeln gelten dann?

Erdgas ist von Natur aus geruchlos. Damit Lecks auffallen, wird ihm ein Duftstoff beigemischt, Gleiches gilt bei Flüssiggas. Der Geruch ist so intensiv, dass selbst kleinste Mengen wahrgenommen werden, wie der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) erklärt. Er wird meist als beißend beschrieben. Je nach Odoriermittel erinnert er an faule Eier oder Knoblauch, bei manchen Mitteln auch an Klebstoff oder Lösungsmittel.

Wie man bei Gasgeruch Schritt für Schritt vorgehen sollte

Wer einen solchen Geruch im Haus wahrnimmt, sollte die wichtigsten Verhaltensregeln kennen. Laut DVGW gilt es zunächst, ruhig zu bleiben. Vorsichtshalber sollten keine Licht- und Geräteschalter mehr betätigt und auch Stecker nicht aus der Steckdose gezogen werden, denn an elektrischen Geräten können Funken entstehen. Zum Suchen nach undichten Stellen dürfen auf keinen Fall Flammen verwendet werden.

Wenn möglich, sollten Fenster und Türen weit geöffnet werden, damit die Gaskonzentration im Raum bestenfalls sinkt. Dunstabzug oder Ventilator dürfen laut DVGW aber auf keinen Fall eingeschaltet werden. Auch hier besteht die Gefahr eines Funkenschlags. Auch Telefon oder Handy sollten keinesfalls im Haus verwendet werden.

Wer weiß, wo sich der Gas-Haupthahn befindet, sollte ihn zudrehen - aber nur, wenn das ohne Gefahr möglich ist. Ist der Weg dorthin riskant, hat das Verlassen des Gebäudes Vorrang. Am Haupthahn oder am häufig daneben liegenden Gaszähler finden sich oft Name und Kontaktdaten des Gasversorgers. In Mietwohnungen gibt es mitunter einen absperrbaren Nebenzähler.

Andere Bewohnerinnen und Bewohner warnt man durch Klopfen oder Rufen, nicht über die Klingel, da dabei Funken entstehen können. Danach gilt: so schnell wie möglich das Gebäude verlassen. Erst draußen und in sicherer Entfernung sollte der Bereitschaftsdienst des Gasversorgers beziehungsweise Netzbetreibers angerufen werden. Wer keine Nummer zur Hand hat, wählt die 112 und wendet sich an die Feuerwehr.

Für den Notfall

Wer unsicher ist, ob er Gasgeruch wirklich erkennen würde, kann sich zu sogenannten Duftkarten informieren. Viele Gasnetzbetreiber bieten sie an, damit Verbraucher sich mit dem Geruch vertraut machen können. Sie setzen beim Rubbeln den typischen Geruchsstoff frei.

Um im Fall der Fälle schnell darauf zurückgreifen zu können, lohnt es sich laut Aktion Das sichere Haus (DSH) zudem, die Telefonnummer des Bereitschaftsdienstes des Gasversorgers im Mobiltelefon zu speichern.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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