Pappe? Plastik? Digital! Führerschein auf dem Smartphone ist noch im November zu haben

Noch sind gar nicht alle alten Führerscheine zwangsweise umgetauscht, da steht schon ein neues Format an. Diesmal digital. Dann kann auch der neue, dann alte Lappen, zu Hause bleiben. Zumindest hierzulande.
Ende November soll der digitale Führerschein in Deutschland an den Start gehen. Wie das Bundesverkehrsministerium (BMV) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) bestätigte, grenzt sich der Starttermin damit weiter ein - bisher war lediglich vom "Jahresende" die Rede. Ein exakter Tag steht allerdings nach wie vor aus.
Integriert wird der digitale Nachweis in die kostenlose i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), die bis August 2026 bereits auf über zwei Millionen Smartphones installiert war. Wie das BMV auf seiner Webseite erklärt, können Autofahrer dort bereits seit November 2025 ihren Fahrzeugschein digital hinterlegen. Bislang ließen sich dort aber nur Fahrzeugscheine verwalten, aktualisieren und teilen. Diese App soll künftig auch den digitalen Führerschein enthalten.
Um die App (verfügbar für Android und iOS) voll zu nutzen, sind ein NFC-fähiges Smartphone, eine PIN sowie ein aktivierter Online-Ausweis (eID) nötig - diese Funktion besitzen alle Personalausweise, die seit Mitte Juli 2017 an Personen ab 16 Jahren ausgegeben wurden.
Der digitale Führerschein dient als Ergänzung und befreit Autofahrer innerhalb Deutschlands von der Mitführpflicht der Plastikkarte. Allerdings erst, wenn die neue Funktion freigeschaltet und rechtlich nutzbar ist. Bei Fahrten im Ausland bleibt das physische Dokument jedoch zwingend erforderlich - genau wie der analoge Fahrzeugschein, da eine EU-weite Einführung frühestens für 2030 geplant ist. In Zukunft wird es aber in allen EU-Staaten einen digitalen Führerschein geben, der über das Smartphone abrufbar ist und in der gesamten EU gilt, heißt es vonseiten des EU-Parlaments.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte die Digitalisierung bereits im Vorjahr gelobt: Laut dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Michael Mertens erleichtert der Schritt den Alltag und spart Ressourcen.