US-Richterin durchkreuzt PläneTrump muss Bau des riesigen Triumphbogens vorerst stoppen

Größer als der Arc de Triomphe in Paris: Donald Trump plant in Washington einen gewaltigen Triumphbogen. Doch nicht alle sind von dem Projekt begeistert - die Stadt Washington klagt gegen das Vorhaben. Eine Richterin schiebt den Plänen des US-Präsidenten nun einen Riegel vor.
Eine US-Richterin hat die Arbeit an dem umstrittenen riesigen Triumphbogen von Präsident Donald Trump ausgesetzt. Der Stopp gilt zunächst für zwei Wochen, während die Rechtmäßigkeit des Projekts geprüft wird. Gegen das mehr als 75 Meter hohe Bauwerk zogen unter anderem die Stadt Washington sowie der angrenzende Bundesstaat Virginia vor Gericht.
Kurz vor der Entscheidung der Richterin Tanya Chutkan hatte die Hauptstadt-Planungskommission, die schon vor Monaten mit Trump-Verbündeten besetzt wurde, das Bauprojekt mit acht zu vier Stimmen bewilligt. In der stundenlangen Debatte per Videoschalte davor hatten sich viele Bewohner gegen den Triumphbogen ausgesprochen.
Die Anordnung der Richterin untersagt vorerst jegliche Arbeiten bis hin zum Abtragen des Rasens in dem großen Kreisverkehr, in dem der Triumphbogen nach Trumps Vorstellungen errichtet werden soll. Das am Fluss Potomac geplante Bauwerk ist Teil von Trumps Bestreben, der US-Hauptstadt seinen Stempel aufzudrücken. Mit 76 Metern Höhe würde der Triumphbogen die Sichtachse zwischen dem Lincoln Memorial - einem der bekanntesten Wahrzeichen Washingtons - und dem Arlington National Cemetery versperren, auf dem hunderttausende US-Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Höhe wird auch kritisiert, weil in der Nähe eine Einflugschneise des Washingtoner Reagan-Flughafens verläuft. Das Bauwerk soll größer werden als der berühmte Arc de Triomphe in Paris.
Die vier Ausschussmitglieder, die gegen das Projekt stimmten, verwiesen vor allem auf rechtliche Bedenken. Sie kritisierten zudem, dass die Trump-Regierung nicht die Zustimmung des Kongresses eingeholt habe. Auch gebe es Zweifel an der Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth, der Triumphbogen solle auch militärischen Zwecke dienen. Dennoch hatte eine Mehrheit der Mitglieder des von Trump-Anhängern dominierten Ausschusses für das Projekt gestimmt. Die Regierung hatte daraufhin einen umgehenden Baubeginn angekündigt, der durch die Entscheidung von Bundesrichterin Chutkan nun verhindert wurde.
Trump hat in der zweiten Amtszeit mehrere umstrittene Architekturprojekte angestoßen. Unter anderem ließ er den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um einen gewaltigen Ballsaal zu bauen, gegen den ebenfalls geklagt wird. Außerdem will er einen traditionsreichen Golfplatz in Washington umbauen lassen.
