Politik

Wahlkampf geht ins FinaleTrump geht vorzeitig wählen und ätzt gegen "korrupte Demokraten"

25.10.2026, 04:17 Uhr
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Trump mit seiner Frau Melania bei der Stimmabgabe in Palm Beach. (Foto: AP Photo/Mark Schiefelbein)

Bei den Midterms am 3. November droht dem US-Präsidenten und seinen Republikanern eine herbe Niederlage. In Florida begibt sich Trump bereits zur Wahlurne und teilt gegen die Demokraten aus. In Ohio gibt es von Ex-Präsident Obama Gegenwind.

US-Präsident Donald Trump hat vor den Kongresswahlen vom 3. November vorzeitig seine Stimme abgegeben. Trump ging in einem Wahllokal in West Palm Beach im Bundesstaat Florida nahe seiner Privatresidenz Mar-a-Lago wählen. Begleitet wurde der 80-Jährige dabei von seiner Ehefrau Melania. Der US-Präsident, dessen Republikanern bei den sogenannten Midterms eine empfindliche Niederlage droht, trug anschließend einen Aufkleber mit der Aufschrift "I voted" (Ich habe gewählt) am Revers seines Sakkos. 

Von Journalisten auf das Thema Korruption angesprochen, das viele Wähler umtreibt, sagte Trump, die "echte Korruption" gebe es bei den oppositionellen Demokraten. Der Präsident wiederholte zudem die Falschbehauptung, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 eigentlich gewonnen: "Es war eine manipulierte Wahl, aber ich habe mit Millionen Stimmen Vorsprung gewonnen." Trump war damals dem Demokraten Joe Biden unterlegen, räumt dies aber bis heute nicht ein. Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 gewann Trump dann - und kehrte so Anfang 2025 ins Weiße Haus zurück. 

Bei den Kongress-Zwischenwahlen in zehn Tagen werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatoren neu gewählt. Die oppositionellen Demokraten hoffen, Trumps Republikanern die Mehrheit in beiden Kongresskammern entreißen zu können. Insbesondere beim Repräsentantenhaus haben sie gute Chancen. Die US-Wähler nutzen die Midterms traditionell dazu, die Partei des Präsidenten abzustrafen. Trump kommt zudem in Umfragen auf historisch schlechte Zustimmungswerte, unter anderem wegen steigender Lebenshaltungskosten und des in der Bevölkerung unbeliebten Iran-Kriegs. 

Obama mobilisiert gegen Trump

In den USA können Wähler schon vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgeben, entweder persönlich oder per Briefwahl. Trump hat immer wieder Briefwahlen kritisiert. Er bezeichnet sie als betrugsanfällig, obwohl es keinerlei Hinweise auf weitverbreiteten Wahlbetrug in den USA gibt. Beobachter befürchten, dass Trump bei einer Niederlage seiner Republikaner bei den Midterms erneut Wahlbetrugsvorwürfe erheben könnte. Die Demokraten könnten dem Präsidenten mit einer Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern das Regieren deutlich erschweren. 

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Zwei Jahre voller Grausamkeit, diagnostiziert Obama in Ohio. (Foto: AP Photo/Sue Ogrocki)

Der frühere Präsident Barack Obama übte derweil bei Wahlkampfveranstaltungen demokratischer Kandidaten in Ohio und Michigan scharfe Kritik an Trump. Obama machte Trump für die steigenden Lebenshaltungskosten verantwortlich. "Der amtierende Präsident hat eine Reihe schlechter Entscheidungen getroffen", sagte Obama in Cleveland in Ohio, wo der frühere demokratische Senator Sherrod Brown den Sitz von seinem republikanischen Gegner Jon Husted zurückerobern will. Nach zwei Jahren voller "Chaos, Grausamkeit, Korruption und Inkompetenz" hätten die Wähler nun Gelegenheit, für einen "Wandel" zu stimmen, sagte Obama. 

Später warb der 65-jährige Ex-Präsident in Michigan für Abdul El-Sayed, einen der führenden Köpfe im linken Lager der Demokraten. El-Sayed liegt in vielen Umfragen vor seinem Konkurrenten, dem früheren republikanischen Kongressabgeordneten Mike Rogers. Zuletzt schrumpfte sein Vorsprung aber. Obama rief die Wähler zudem dazu auf, ihre Stimme so bald wie möglich abzugeben. In beiden Bundesstaaten ist die vorzeitige Stimmabgabe bereits möglich.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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