Politik

Kampf gegen grüne EnergieTrump: Windkraftanlagen eine Gefahr für US-Sicherheit

23.10.2026, 07:27 Uhr
00:00 / 02:45
imago0823158959h
Moderner Don Quichote: Donald Trump. (Foto: IMAGO/ANP)

Donald Trump geht erneut gegen die Windenergie vor und nimmt diesmal ausländische Hersteller ins Visier. Zunächst setzt der US-Präsident auf Verhandlungen, hält sich weitere Schritte aber ausdrücklich offen. 

US-Präsident Donald Trump hat den Import von Windkraftanlagen und deren Bauteilen als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Er verzichtete jedoch vorerst auf neue Handelsbeschränkungen wie Zölle. Stattdessen wies er Handelsvertreter an, Verhandlungen mit den Partnerländern aufzunehmen und innerhalb von 180 Tagen Bericht zu erstatten. Weitere Maßnahmen könnten später folgen, teilte das Weiße Haus mit. Einer Untersuchung des Handelsministeriums zufolge gefährden die Anlagen die Sicherheit durch Cyberrisiken bei ausländischen Geräten, Störungen von Radarsystemen und eine zunehmende Abhängigkeit vom Ausland.

Trump bekräftigte in dem Erlass seine langjährige Kritik, dass Windenergie unzuverlässig sei und das US-Stromnetz belaste. Der Schritt geht auf eine im vergangenen Jahr eingeleitete Untersuchung der US-Regierung zu den Auswirkungen von Importen auf die nationale Sicherheit zurück. Zu den wichtigsten Lieferanten von Windkraftanlagen und Komponenten für die USA gehören, Daten der Denkfabrik American Action Forum zufolge, neben Mexiko und Indien auch europäische Länder wie Deutschland, Dänemark und Frankreich.

Seit 2025 bemüht sich Trump, die Klima-Politik seines Vorgängers Joe Biden sukzessiv wieder abzubauen. Zum Amtsantritt stellte er mit seinem Dekret "Unleash American Energy" die Hürden für Öl, Gas, Kohle, Atomkraft und weitere Energiequellen auf den Prüfstand. Auch der heimische Rohstoffabbau sollte erleichtert werden.

Ein weiterer Erlass verbietet bis auf Weiteres die Verpachtung neuer Windparks vor der amerikanischen Küste. In einem konkreten Fall zum Nachteil von RWE. Das deutsche Unternehmen hatte die Pachtrechte für die Flächen vor der Küste der Bundesstaaten New York und Kalifornien für insgesamt rund eine Milliarde Dollar zu Zeiten Bidens ersteigert. Zusätzlich investierte der deutsche Energiekonzern viel Geld in die Planung. Das US-Innenministerium einigte sich im Sommer mit dem Konzern auf die Zahlung von mehr als 1,2 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro). Dafür gab RWE die Pacht von drei Flächen für Offshore-Windparks in den USA auf und versprach, neue Investitionen in fossile Energieerzeugung in den USA zu tätigen.

Quelle: ntv.de, mba/rts

Donald TrumpWindenergieOffshore-Windkraft