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Mutmaßlicher Hintermann gefasstStarlink-Anschlag in Polen: Dritte Festnahme in Deutschland

03.11.2026, 18:30 Uhr
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Eine Starlink-Bodenstation im US-Bundesstaat New York. (Foto: Newsday via Getty Images)

Ende September gerät in Polen eine Starlink-Bodenstation in Brand. Regierungschef Tusk spricht schnell von einem "Akt hybrider Kriegsführung". Nach der Festnahme von zwei Männern in Deutschland geht Ermittlern nun ein weiterer Verdächtiger ins Netz.

Sechs Wochen nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Bodenstation des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist in Baden-Württemberg ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Es handele sich um einen türkischen Staatsbürger, wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das baden-württembergische Landeskriminalamt mitteilten. Der im Landkreis Reutlingen gefasste Mann soll zwei zuvor ebenfalls in Baden-Württemberg festgenommene Verdächtige mit türkischer Staatsbürgerschaft mit der Tat beauftragt haben. Bei ihm beschlagnahmten die Einsatzkräfte acht Mobiltelefone sowie Munition.

Die ersten beiden Verdächtigen waren nach früheren Behördenangaben vor etwa drei Wochen auf Ersuchen polnischer Ermittler in Nürtingen gefasst worden. Sie befinden sich in Untersuchungshaft, Polen beantragte ihre Auslieferung. Gegen den nun festgenommenen dritten Beschuldigten sei "aufgrund weiterer Erkenntnisse" ein eigenes nationales Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, hieß es weiter. Ihm werde die "Vorbereitung einer terroristischen Straftat" zur Last gelegt.

Laut Mitteilung soll der Verdächtige nach bisherigem Ermittlungsstand die beiden anderen Verdächtigen dazu veranlasst haben, sich in der Nacht zum 23. September von einer weiteren Beschuldigten nach Polen fahren zu lassen und dort ein Terminal des Satellitensystems in der Region Masowien in Brand zu setzen. Er wurde demnach bereits einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Weitere Angaben würden nicht gemacht, hieß es von den Ermittlern.

Polens Regierungschef Donald Tusk sprach bereits kurz nach dem Brand von einem "weiteren Akt hybrider Kriegsführung". Nach Angaben der polnischen Behörden wird die Station im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel unter anderem dazu genutzt, Internetdaten durch Polen und auch in die Ukraine zu leiten. Sie wird auch von SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen. Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle.

Der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski sagte am Tag nach dem Feuer: "Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen." Durch das Feuer sei "der Internetzugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee". Das Nato- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 schon mehrfach "Sabotage" vorgeworfen. Polen ist der wichtigste Umschlagplatz für westliche militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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