Politik

Feuer bricht ausRussischer Onlinehändler Ozon meldet Angriff auf Logistikzentrum

04.11.2026, 10:04 Uhr
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Ozon ist nach Wildberries der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. (Foto: REUTERS)

Seit Wochen attackiert die Ukraine Logistikzentren der Onlinehändler Wildberries und Ozon. Kiew wirft den Unternehmen vor, Komponenten an das russische Militär zu liefern. Nun trifft eine Drohne offenbar ein Warenhaus in der südrussischen Teilrepublik Adygeja.

Die Ukraine hat in der Nacht erneut eine Filiale eines großen russischen Internethändlers angegriffen. Die Mitarbeiter eines Logistikzentrums von Ozon in der südrussischen Teilrepublik Adygeja seien wegen eines Drohnenangriffs in Sicherheit gebracht worden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Unternehmen. In dem Zentrum sei ein Feuer ausgebrochen. Nach vorläufigen Angaben gab es keine Verletzten. Die Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.

Ozon ist nach Wildberries der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. Beide Unternehmen werden wegen ihrer dominierenden Stellung im schnell wachsenden russischen Onlinehandel häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen. Die Ukraine greift seit Wochen Logistikzentren beider Unternehmen mit Drohnen an. Kiew begründet die Attacken damit, dass das Unternehmen Komponenten an das russische Militär liefere.

Russische Lager sind meist leichtere Ziele als schwer gesicherte Militäranlagen. Die Angriffe darauf haben bereits zu wirtschaftlichen Verlusten in Milliardenhöhe geführt. Bei früheren ukrainischen Drohnenangriffen waren Schäden aus einem Zentrum in Samara und an Logistikzentren in Machatschkala im Süden Russlands gemeldet worden. Betroffen war zudem eine Anlage nahe eines Ozon-Standorts am Stadtrand von St. Petersburg.

Derweil machte US-Präsident Donald Trump in der britischen "Financial Times" deutlich, er sei optimistisch, dass die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland Fortschritte machten. "Ich glaube, beide Seiten sind an dem Punkt angelangt, an dem sie sagen: "Lasst uns eine Einigung erzielen", sagte er. Kommende Woche Dienstag und Mittwoch finden unter Vermittlung der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten die ersten direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland seit Langem statt.

Am Dienstag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin getroffen. Beide pochten darauf, dass die Europäer an den anstehenden Gesprächen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs beteiligt werden müssten. Deutschland ist der wichtigste Unterstützer der Ukraine.

Selenskyj schrieb am späten Abend auf X, er habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die umfassende Unterstützung Deutschlands gedankt. Europa bezeichnete er als wichtigen Bestandteil, um den Friedensprozess voranzutreiben.

Quelle: ntv.de, are/dpa/AFP

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