Sechs Besatzungsmitglieder totRussischer Langstreckenbomber stürzt im Fernen Osten ab
Bei einem Trainingsflug an der Grenze zu China kommt es bei einem russischen Langstreckenbomber offenbar zu Komplikationen, das Flugzeug stürzt über unbewohntem Gebiet ab. Laut russischen Angaben sterben sechs Menschen, Moskau schickt ein Ermittlerteam an den Unglücksort.
Bei dem Absturz eines russischen Langstreckenbombers vom Typ Tu-95 im Fernen Osten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Ein weiteres Besatzungsmitglied sei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Ministerium.
Die Maschine sei bei einem Trainingsflug in der Region Amur an der Grenze zu China über unbewohntem Gebiet abgestürzt und nicht bewaffnet gewesen. Ein Ermittlerteam sei zum Absturzort geschickt worden, um die Umstände des Unglücks zu klären. In nicht verifizierten und in Onlinediensten verbreiteten Videos waren offenbar Flammen und Rauch an der Absturzstelle zu sehen. Im Hintergrund zu hören waren dröhnende und knisternde Geräusche.
Die Tupolew Tu-95 - von der Nato als "Bär" bezeichnet - ist weltweit der letzte propellergetriebene strategische Bomber im Einsatz. Das Flugzeug stammt aus den 1950er-Jahren. Die Spitzen ihrer Propeller drehen sich schneller als der Schall. Das macht die Tu-95 zu einem der lautesten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Im Juni 2025 zerstören ukrainische Drohnen bei der Operation "Spinnennetz" mehrere Tu-95 auf Flugplätzen tief in Russland. Bis mindestens 2040 will Moskau die etwa 40 Bomber im Dienst halten.
Ursprünglich für den Einsatz von Atombomben entwickelt, dienten die russischen Maschinen zunächst primär der Abschreckung und absolvierten Patrouillenflüge. Erst in den 1980ern wurde die Tu-95 umfassend modernisiert. Heute ist sie das Rückgrat von Putins Bombenkrieg gegen die Ukraine - allerdings nicht mehr mit einfachen Freifallbomben, sondern mit modernen Marschflugkörpern.
Auffälligstes Merkmal der Tu-95 sind die vier Kuznetsov-NK-12-Turbopropmotoren, die jeweils zwei gegenläufige Propeller antreiben. Dieser Propellerantrieb begrenzt die Geschwindigkeit auf etwa 925 Kilometer pro Stunde, macht die Maschine jedoch extrem sparsam. Mit einer Reichweite von bis zu 15.000 Kilometern und ihrer Fähigkeit, sich auch in langsamer Geschwindigkeit zu bewegen, kann die Tu-95 lange in der Luft bleiben. Ihr markantes Brummen überträgt sich sogar auf getauchte U-Boote.
