Jahrelang in russischer HaftPutin lässt pensionierten US-Lehrer Stephen Hubbard frei

Der US-Bürger Stephen Hubbard soll mit Elektroschocks gefoltert worden sein und verbrachte Jahre in Russland hinter Gittern. Nun gibt sich Kremlchef Putin gnädig - und US-Präsident Trump dankbar: "Für diese Freilassung war kein 'Austausch' erforderlich". Moskau kann sich dennoch freuen.
Der in Russland inhaftierte US-Bürger Stephen Hubbard ist frei. Dies teilte Kremlchef Wladimir Putin während eines Besuchs des US-Gesandten Steve Witkoff in St. Petersburg mit, wie die russischen Nachrichtenagenturen übereinstimmend meldeten. Hubbard halte sich am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg auf. Der Lehrer im Ruhestand war im Oktober 2024 in Moskau wegen angeblichen "Söldnertums" für die Ukraine zu einer Haftstrafe von fast sieben Jahren verurteilt worden.
US-Präsident Donald Trump lobte anschließend die Freilassung Hubbards. "Für diese Freilassung war kein 'Austausch' erforderlich", teilte Trump in seinem sozialen Netzwerk Truth Social mit. Die USA hätten keine Gegenleistung erbringen müssen. Trump sprach von "einer für Russland beispiellosen Situation". Putin hatte unlängst bereits einen anderen US-Amerikaner freigelassen, ohne - wie sonst üblich - im Gegenzug die Freilassung eines Russen zu verlangen.
US-Präsident Donald Trump hatte Putin nach eigenen Angaben um Hubbards Freilassung gebeten. Es sei an der Zeit, Hubbard zurückzuholen, sagte Trump am Dienstag in Washington. Trump sagte, er habe "ausführlich" mit Putin über den Fall gesprochen. Der US-Präsident deutete an, es könne sich in Kürze etwas bewegen. Die USA hatten in der Vergangenheit wiederholt Gefangene mit Russland ausgetauscht.
Die Inhaftierung Hubbards durch Russland war nach dem Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 zunächst geheim gehalten worden. Nach mehr als zweijähriger Inhaftierung wurde er dann vor Gericht gestellt. Die russischen Ermittler gaben an, der frühere Lehrer sei einem ukrainischen Verteidigungsbataillon beigetreten und habe dafür "mindestens tausend Dollar" Sold pro Monat erhalten. Er selbst bestritt die Vorwürfe. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Zur Zeit seiner Verurteilung war Hubbard 72 Jahre alt. Ein früherer ukrainischer Mitgefangener berichtete im Herbst 2024, der US-Bürger sei wie viele andere Inhaftierte mit Essensentzug und Elektroschocks gefoltert worden.
Die USA mussten zwar keinen russischen Gefangenen im Austausch für Hubbard freilassen. Allerdings war US-Präsident Trump in jüngster Zeit dem Kreml noch einmal auffällig entgegengekommen. Kürzlich schloss er einen Diesel-Deal mit Putin ab, dann setzte er geplante Sanktionen gegen Russland aus. Auch forderte Trump die Ablösung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser warf den USA vor, Geheimdienstinformationen zurückzuhalten und die Lieferung von Luftabwehrwaffen zurückzuhalten. Auch beklagte er eine Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starshield, das für die Armee eine wichtige Rolle spielt.
