"Wir bedrohen niemanden"Putin: Keine Angriffe auf westliche Waffenlieferanten

Wladimir Putin erklärt, weder Rüstungsbetriebe noch Nato-Staaten angreifen zu wollen. Zugleich warnt der Kremlchef vor einer Eskalation um Kaliningrad und droht im Fall eines Angriffs den Einsatz "aller verfügbaren Waffen".
Russland plant nach den Worten von Kremlchef Wladimir Putin keine Angriffe auf westliche Waffenlieferanten, die Rüstungsgüter für die Ukraine produzieren. Die Lage sei zwar eine Bedrohung, aber bisher behalte Russland das lediglich im Blick, sagte Putin in Moskau beim politischen Waldai-Diskussionsforum vor internationalen Experten. Eine größere Bedrohung sei, dass westliche Staaten der Ukraine Satellitendaten für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellten, sagte er.
Zuvor hatte etwa der Vizechef des nationalen russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, mit direkten Schlägen gegen deutsche Produktionsstätten für Militärtechnik gedroht. "Wir bedrohen niemanden, wir haben nicht vor, jemanden anzugreifen - weder im Jahr 2029 noch 2030 noch 2050", behauptete Putin. Er hatte zuletzt immer wieder Vorwürfe aus Deutschland und anderen EU-Staaten zurückgewiesen, dass Russland ein Nato-Land angreifen wolle. Auch vor Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte der Kreml immer wieder behauptet, das Nachbarland nicht anzugreifen.
"Sollten wir jedoch mit Aggression konfrontiert werden, werden wir gezwungen sein, darauf zu reagieren", betonte der Kremlchef. Er äußerte sich auch zu dem vom russischen Außenministerium an die Nato gerichteten Schreiben mit einer Drohung, im Fall eines Angriffs auf die Ostseeregion Kaliningrad (früher Königsberg) oder andere Gebiete alle Russland zur Verfügung stehenden Waffen einzusetzen.
Es sei dabei klar, dass die Atommacht auch ihre "Wettbewerbsvorteile" nutzen werde, sagte Putin mit Blick auf die Nuklearwaffen. Russland könne zu solch einem Schritt gezwungen sein, weil die Nato-Staaten wirtschaftlich und militärisch deutlich stärker seien.
Das russische Außenministerium habe die Nato lediglich auf die Situation um Kaliningrad hingewiesen, erklärte Putin mit Blick auch auf Manöver in der Ostsee. "Das alles ist eine Eskalation", kritisierte er. Der Brief sei "keine Angstmache, sondern eine Antwort auf den Versuch, uns Angst zu machen". Die Nato hatte Russlands Gewaltandrohung "aufs Schärfste" kritisiert und die Warnung vor einer schweren militärischen Eskalation um die russischen Exklave Kaliningrad zurückgewiesen.

