Kiew unzufrieden mit LieferdatumPentagon genehmigt 500 Patriot-Raketen für die Ukraine

Die Aussicht auf 500 neue Luftabwehrraketen vom Typ Patriot könnte der Ukraine Erleichterung verschaffen. Allerdings hat die Genehmigung der US-Regierung einen Haken: Die Verteidigungswaffen sollen erst in den 30er Jahren geliefert werden.
Das US-Außenministerium hat den Verkauf von 500 Patriot-PAC-3-Raketen an die Ukraine im Wert von schätzungsweise 2,1 Milliarden Dollar genehmigt. Trotz der Dringlichkeit auf ukrainischer Seite wird die Lieferung der Raketen, die erst noch hergestellt werden müssen, jedoch voraussichtlich erst in den 2030er Jahren erwartet. Einer mit der Entscheidung vertrauten Person zufolge drängt das ukrainische Verteidigungsministerium das Pentagon, den Liefertermin vorzuziehen. Eine Möglichkeit wäre, dass Kiew Raketen aus dem Arsenal der USA erhält, das später mit den neuen Abfangraketen wieder aufgefüllt wird.
Die Ukraine fordert seit langem dringend mehr Abfangraketen, um sich gegen die zunehmenden russischen Angriffe zu wehren. Das Patriot-System gilt als wirksamste Waffe gegen ballistische Raketen. Am Donnerstag wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf einen belebten Bahnhof in der ukrainischen Stadt Dnipro nach offiziellen Angaben mindestens 14 Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Montag erklärt, die Ukraine warte seit fast einem Monat darauf, dass die USA wichtige Raketenlieferungen freigeben, während Russland seine Angriffe auf die Energie- und zivile Infrastruktur verstärke.
Hersteller soll schneller produzieren
Finanziert wird der Kauf nach Angaben des US-Außenministeriums durch Beiträge von Kanada, Deutschland und Norwegen über das Programm "US JUMPSTART". Zudem werden Mittel aus einem Hilfsdarlehen der Europäischen Union für die Ukraine verwendet. Hauptauftragnehmer für den Verkauf der Patriot-Abfangraketen ist der Rüstungskonzern Lockheed Martin.
Die lange Lieferzeit hängt mit den Produktionskapazitäten zusammen. Die US-Armee hatte Lockheed im Juli einen Vertrag im Wert von bis zu 58,6 Milliarden Dollar über die Herstellung von Patriot-Abfangraketen erteilt. Lockheed hat angekündigt, die Produktionskapazität bis Ende 2030 verdreifachen zu wollen. Das Pentagon drängt die Rüstungsunternehmen jedoch, die Produktion deutlich schneller zu steigern. Die USA haben große Mengen an Waffen an Verbündete geliefert und setzen Munition bei eigenen Militäroperationen im Iran ein, was Sorgen über die Bestände an wichtigen Luftabwehrsystemen und präzisionsgelenkten Waffen weckt.

