Politik

"Gnadenlos ausschalten"Nordkorea droht Südkorea wegen angeblicher Vorfälle an der Grenze

21.10.2026, 15:55 Uhr
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Ein nordkoreanischer Lautsprecher an der Grenze zu Südkorea. (Archivbild) (Foto: IMAGO/Kyodo News)

Im vergangenen Jahr standen die Zeichen zwischen Nordkorea und Südkorea auf Entspannung. Beide Seiten kündigten an, Propagandalautsprecher an der Grenze abzubauen. Pjöngjang will diese nun wieder in Betrieb nehmen und richtet scharfe Worte in Richtung des Nachbarn.

An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea spitzt sich die Lage wieder zu. Nordkorea kündigte am Mittwoch an, seine Propagandalautsprecher entlang der gesamten Grenze bis Ende Oktober in Betrieb zu nehmen. Zudem sollen taktische Einheiten neue Positionen einnehmen, erklärte die einflussreiche Schwester des Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, laut der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Maßnahme sei eine angemessene Reaktion auf das Vorgehen Südkoreas, erklärte Kim nach einem Besuch der Grenze. Sie warf den südkoreanischen Streitkräften vor, an mindestens zwei Orten Warnschüsse abgegeben zu haben. Sollten dadurch Schäden auf nordkoreanischem Gebiet entstanden oder Soldaten verletzt worden sein, würden die Grenztruppen "die bewaffneten Verbrecher, die den Verstand verloren haben, gnadenlos ausschalten", sagte sie.

Der Schritt droht eine der wichtigsten Errungenschaften des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zur Entspannung im Verhältnis zu Pjöngjang zunichtezumachen. Seine Regierung hatte im vergangenen Jahr die eigenen Propaganda-Übertragungen eingestellt und fest installierte Lautsprecher abgebaut. Die Regierung in Seoul hatte am Dienstag angekündigt, jede weitere Provokation Pjöngjangs entschlossen zu bestrafen, sollte Nordkorea seine militärische Präsenz an der Grenze weiter verstärken.

Die Spannungen zwischen den beiden Ländern haben zugenommen, seit Nordkorea im April 2024 mit der Befestigung seiner Grenze begonnen hatte. Die beiden Staaten sind durch die Demilitarisierte Zone getrennt, die nach dem Waffenstillstand zum Ende des Koreakriegs im Jahr 1953 eingerichtet wurde. Südkorea wirft dem Norden vor, dieses Jahr bis zu 7000 Arbeiter an die Grenze geschickt zu haben, wobei es zu etwa 50 Überquerungen der Demarkationslinie gekommen sei. Nordkorea wies die Vorwürfe zurück.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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