Direkt nach Bellevue-FestlegungMerz reist Montag zu Aigner und Söder nach München

Noch immer hat Kanzler Merz offiziell keine Nachfolge-Kandidatin für den Bundespräsidenten benannt, auch wenn Kreise verlauten lassen, dass Ilse Aigner den Zuschlag kriegt. Am Montag will der Kanzler seinen Vorschlag den CDU-Gremien präsentieren - und besucht direkt danach Aigner und Söder in Bayern.
Bundeskanzler Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner nehmen am Montag in München an einem Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Hauptsynagoge Ohel Jakob teil. Er findet unmittelbar nach den Sitzungen der CDU-Gremien in Berlin statt, in denen sich die Parteiführung auf eine Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl festlegen will: Aus CDU-Kreisen hieß es, dass es sich dabei um Aigner handeln werde.
Der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, kündigte die Reise des Kanzlers zum Festakt nach München in der Regierungspressekonferenz in Berlin an. Damit wolle Merz an die "große Bedeutung eines lebendigen jüdischen Lebens in Deutschland erinnern", sagte er. Die Teilnahmen von Söder und Aigner wurden zuvor schon bestätigt.
Aigner wurde von CSU-Chef Söder bereits vor Monaten ins Spiel gebracht. Mehrere CDU-Landeschefs und Bundestagsabgeordnete haben sich bereits offen für sie ausgesprochen. Merz hat sich noch nicht öffentlich festgelegt - aus CDU-Kreisen hieß es jedoch, seine Wahl werde auf Aigner fallen. Es könnte also das erste Aufeinandertreffen des Kanzlers und der Kandidatin für das Bundespräsidentenamt nach ihrer Kür werden.
Die Münchner Synagoge wurde am 9. November 2006 eingeweiht, dem 68. Jahrestag der Reichspogromnacht, in der die Nazis 1938 in ganz Deutschland eine Welle der Gewalt und Zerstörung gegen jüdische Einrichtungen und die jüdische Bevölkerung auslösten. Die Hauptsynagoge trägt den Namen des damals von den Nazis zerstörten Gotteshauses "Ohel Jakob" (hebräisch: Zelt Jakobs).