Söder: "Absolute Tragödie"Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotel aufgefunden

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist gestorben. Der Freie-Wähler-Chef sagte gesundheitsbedingt erst die Eröffnung des Hauptstadtbüros seiner Partei ab, dann ist er nicht mehr erreichbar. Später wird er leblos in einem Berliner Hotel aufgefunden.
Bayern Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist tot. Der 55-Jährige wurde tot in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt. Der Berliner "Tagesspiegel" schreibt, es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Ursache sollen demnach gesundheitliche Gründe sein. Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bundeshauptstadt leiteten ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren ein. Ziel sei es, "die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen", erklärten die Ermittler am Abend.
Am Nachmittag hätte Aiwanger bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen. Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen, hieß es. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.
Der Niederbayer hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Mit Aiwanger verlieren die Freien Wähler ihren markantesten und sicher auch streitbarsten Kopf. 2008 war Aiwanger mit den Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
"Ein Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat"
Im Internet gibt es unterdessen erste Reaktionen auf den plötzlichen Tod Aiwangers. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach bei X von einer "absoluten Tragödie". "Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie", schrieb der CSU-Chef.
Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Hoffmann, erklärte: "Die Nachricht vom plötzlichen Tod Hubert Aiwangers macht traurig und betroffen. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden. Hubert Aiwanger war streitbar, aber unbestreitbar ein Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat."
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, teilte auf X mit: "Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger bestürzt mich sehr. Er war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Mein aufrichtiges Beileid!"
Bundesweit sorgte Aiwanger im August 2023 mit der Flugblattaffäre für Schlagzeilen. Sie war am 25. August 2023 durch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ins Rollen gebracht worden. Aiwanger geriet damals kurz vor der Landtagswahl massiv unter Druck, nachdem öffentlich geworden war, dass in seiner Schulzeit ein antisemitisches und menschenverachtendes Flugblatt bei ihm gefunden worden war. Sein Bruder sagte daraufhin, er habe das Pamphlet geschrieben. Die Affäre brachte die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern wenige Wochen vor der Landtagswahl an den Rand des Zusammenbruchs.

