Pistorius klärt Breuer-NachfolgeHeereschef Freuding tritt an Bundeswehr-Spitze

Stühlerücken bei der Bundeswehr: Weil der bisherige Generalinspekteur Carsten Breuer zur Nato wechselt, braucht es einen neuen ranghöchsten Soldaten. Verteidigungsminister Pistorius findet einen bekannten Namen im Ukraine-Sonderstab.
Der bisherige Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding wird neuer Generalinspekteur der Bundeswehr. Diese Entscheidung von Verteidigungsminister Boris Pistorius gab das Bundesverteidigungsministerium in Berlin bekannt. Freuding folgt damit im Februar auf General Carsten Breuer, der derzeit der ranghöchste Soldat der Bundeswehr ist.
"Die Bundeswehr wächst stark auf. Sie ist in der Gesellschaft fest verankert und sie übernimmt mehr Verantwortung innerhalb des Nato-Bündnisses. Dafür braucht sie eine starke, kluge und überzeugende Führungspersönlichkeit an ihrer Spitze", erklärte Pistorius. Freuding bringe "alle Voraussetzungen mit, um für unsere Soldatinnen und Soldaten ein Vorbild zu sein und sie in das neue Zeitalter zu führen, in dem wir uns besser schützen müssen als in den Jahrzehnten zuvor".
Freuding hatte in seiner bisherigen Laufbahn mehrere Auslandseinsätze absolviert, so in Bosnien-Herzegowina und Afghanistan. 2022 übernahm er nach dem russischen Überfall auf die Ukraine die Leitung des Sonderstabs Ukraine im Bundesverteidigungsministerium. Von 2023 bis 2025 war er Leiter des neu geschaffenen Planungs- und Führungsstabes im Bundesverteidigungsministerium, dann ab Oktober 2025 Heeresinspekteur.
Pistorius wies darauf hin, dass Freuding bereits als Leiter des Ukraine Sonderstabs "die rasanten technischen Entwicklungen in Putins Krieg gegen die Ukraine analysiert und Rückschlüsse für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gezogen" habe. Als Heeresinspekteur habe er daraus dann in kürzester Zeit die richtigen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt - etwa mit der Aufstellung des ersten Drohnenregiments. Der Öffentlichkeit wurde er wegen der Video-Podcasts bekannt.
Der derzeitige Generalinspekteur Breuer war im September zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt worden.