Zum Schutz der UkrainerEU fordert von SpaceX volle Starlink-Dienste für Kiew

Für die Verteidigung der Ukraine sind sie essenziell: die Satellitendienste von Musks Unternehmen SpaceX. Umso dramatischer, dass diese zuletzt in dem angegriffenen Land nur gedrosselt laufen. Das bringt auch die EU auf die Barrikaden.
Die EU hat das US-Unternehmen SpaceX aufgefordert, die mutmaßliche Einschränkung der Satellitenkommunikation in der Ukraine aufzuheben. "SpaceX muss dringend die vollständigen Dienste für die Ukraine wiederherstellen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Die jüngsten Berichte, dass die Starlink-Dienste in der Ukraine gedrosselt wurden, seien "äußerst besorgniserregend", fügte er hinzu.
Die Ukraine benötige "diese entscheidenden Informationen, um ihre Soldaten vernetzt zu halten, ihre Bürger zu schützen, aber auch um die Drohnen zu steuern, die zur Verteidigung ihres Territoriums erforderlich sind", betonte der Kommissionssprecher.
Kiew berichtet seit Tagen von einer Drosselung der Satelliten-Kommunikationsdienste Starlink und Starshield. Die Dienste spielen eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front und sind auch für die Steuerung von Drohnen beziehungsweise deren Abwehr wichtig. Das System gliedert sich in den eigentlich zivilen Dienst Starlink und den militärischen Dienst Starshield, die Ukraine nutzt beide.
Bericht: Musk steckt hinter Abschaltung
Das "Wall Street Journal" berichtete am Dienstag, SpaceX-Chef Elon Musk habe die Einschränkung von Starshield für die Ukraine angeordnet. Demnach begrenzte Musk die Geschwindigkeit, mit der ukrainische Geräte eine Verbindung zu dem System herstellen könnten. Dies habe dazu geführt, dass einige ukrainische Drohnen funktionsunfähig geworden seien, hieß es in dem Bericht.
Der Tech-Milliardär hatte zuvor die US-Regierung für die Drosselung des Satellitennetzes seines Unternehmens SpaceX verantwortlich gemacht. Vergangene Woche erklärte er, dass "alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung" der Starshield-Systeme vom US-Militär und "letztlich" vom US-Präsidenten entschieden würden.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth versicherte dagegen am Dienstag, dass das Pentagon keine Änderungen an Starshield veranlasst habe. "Wir haben nichts zurückgenommen", erklärte er. "Aus unserer Sicht hat sich nichts geändert. Wir haben keinerlei Anweisungen oder Ähnliches erteilt." Auch US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag geäußert, er habe keine Einschränkungen für Starshield gefordert. "Ich war es nicht. Und ich glaube auch nicht, dass es Elon war", sagte Trump unter Verweis auf Musk.

