Tusk spricht von "Terrorismus"Drei weitere Leichen bei Attentäter von Krakau zu Hause gefunden

Nach der Bluttat in Krakau nimmt die Tragödie immer größere Ausmaße an. Im Haus des Täters stieß die Polizei auf drei Tote - vermutlich seine eigenen Angehörigen. Erste Erkenntnisse deuten auf eine rechtsextreme Gesinnung des Schützen hin.
Im Wohnhaus des mutmaßlichen Schützen von Krakau sind drei Tote aufgefunden worden. Das gehe aus Aufnahmen einer Drohne hervor, sagte der polnische Regierungschef Donald Tusk bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs. Es handele sich um zwei Frauen und einen Mann. Es seien wahrscheinlich die engsten Familienangehörigen des Verdächtigen. Es bestand der Verdacht, dass sich Sprengsätze in dem Haus befinden könnten.
Laut dem polnischen Portal Polsat News beschreiben Nachbarn die Familie zwar als ganz normal und ruhig, erwähnen aber auch das auffällige, beunruhigende Verhalten des Schützen. Dennoch habe sich niemand veranlasst gesehen, die Sicherheitsbehörden zu informieren, berichtete eine Reporterin von Polsat News.
Zu den Hintergründen der Tat machte Tusk keine näheren Angaben. Er betonte, dass Polizei, Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft alles unternehmen würden, um so schnell wie möglich Informationen zu den Motiven des Schützen bekanntzugeben. Der polnische Innenminister Marcin Kierwinski hatte zuvor gesagt, der 25-Jährige sei von rechtsextremen Ideologien fasziniert gewesen. Darauf deute "alles" hin, es müsse aber selbstverständlich noch "verifiziert" werden, betonte Kierwinski. Der mutmaßliche Täter sei polnischer Staatsbürger und stamme aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes.
Mehrere Ausländer unter den Toten und Verletzten
Ministerpräsident Tusk sprach von einem Akt des "Terrorismus". Es sei ein "grauenvolles Attentat auf das Leben der Menschen hier in Krakau", sagte Tusk in der Stadt im Süden Polens. Auf dem historischen Marktplatz in Krakau hatte der Mann gegen 15 Uhr aus einem Auto heraus das Feuer eröffnet und offenbar wahllos auf Passanten geschossen. Laut der örtlichen Polizeisprecherin Katarzyna Cislo trug der Mann militärähnliche Kleidung und benutzte militärische Waffen. In seinem Auto seien zudem weitere Waffen und Munition gefunden worden.
Sechs Menschen kamen bei dem Angriff auf dem Marktplatz ums Leben, vier Frauen und zwei Männer. Eines der Todesopfer habe eine ausländische Staatsangehörigkeit, sagte Innenminister Kierwinski bei einem Besuch am Tatort im auch bei Touristen beliebten historischen Zentrum Krakaus. Unter den 16 ins Krankenhaus eingelieferten Menschen seien fünf Nicht-Polen, sagte Kierwinski weiter. Angaben zu den Nationalitäten machte er keine. Polizeichef Mark Boron sprach bei den Toten von einem Briten und drei Polen, zwei Menschen müssten noch identifiziert werden. Er sprach von 15 Verletzten.
Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei angeschossen und überwältigt.
