Politik

"Spam-Bombing-Angriff"Cyberattacke auf Mail-Postfächer der Linken im Bundestag

02.11.2026, 17:16 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Abgeordnete der Linken sind Opfer eines Cyberangriffs geworden. Hacker fluten die Postfächer der Betroffenen mit tausenden E-Mails und legen diese zeitweise vollständig lahm. Andere Parteien sind nicht betroffen.

Abgeordnete der Linken im Bundestag sind Opfer einer massiven Attacke auf ihre Mail-Postfächer geworden. Diese wurden nach Angaben aus Parlamentskreisen durch tausende E-Mails geflutet und lahmgelegt. Sie konnten nicht mehr benutzt werden. Die Rede war von einem "Spam-Bombing-Angriff". Die E-Mails kamen den Angaben zufolge von unterschiedlichen Absendern, hatten unterschiedliche Betreffvermerke und waren in unterschiedlichen Sprachen geschrieben.

Betroffen waren nur Abgeordnete der Linken. Im Mailverkehr des Bundestags insgesamt kam es lediglich zu Verzögerungen, da die Server genügend Kapazitäten haben. Die geschädigten Abgeordneten erhielten inzwischen Anleitungen, wie sie die massenhaften E-Mails filtern können. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde eingeschaltet.

Die Cyberattacke hat den Angaben zufolge nichts mit dem möglichen Angriff mit Spähsoftware auf iPhones von Regierungsmitgliedern und Abgeordneten zu tun. Davor hatte der Apple-Konzern gewarnt. Diese Warnung ging nach Angaben des Bundesinnenministeriums an mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens.

Darin habe Apple mitgeteilt, einen Angriff mit sogenannter Mercenary Spyware erkannt zu haben - eine kommerziell entwickelte Spähsoftware, die in der Vergangenheit häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen einzelne, gezielt ausgewählte Personen eingesetzt wurde. Betroffene, die eine entsprechende Warnmeldung von Apple erhalten haben, müssten davon ausgehen, dass ihr Gerät möglicherweise kompromittiert wurde.

"Es ist davon auszugehen, dass Geräte ohne Zutun der Betroffenen infiziert werden - etwa über eine präparierte Nachricht, die nicht geöffnet werden muss. Die Betroffenen bemerken davon in der Regel nichts", sagte ein Ministeriumssprecher. Sei ein Gerät kompromittiert, könnten Angreifer auf Nachrichten - auch innerhalb verschlüsselter Messenger-Dienste - sowie auf Anrufe, Kontakte, Kalender, Standort, Kamera und Mikrofon zugreifen.

"Die Bundesregierung nimmt den Vorfall und die Warnung natürlich sehr ernst", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in der Bundespressekonferenz. Er könne momentan nicht öffentlich sagen, welche Regierungsmitglieder betroffen seien.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik