Präsidentenwahl in BrasilienBolsonaro-Sohn liegt in ersten Teilergebnissen deutlich vor Lula

In Südamerika könnte ein weiterer Rechtsruck bevorstehen. Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien sieht es so aus, als würde es auf einen Sieg von Flávio Bolsonaro hinauslaufen. Möglicherweise kann er sogar mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinen.
Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien liegt der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro laut ersten Teilergebnissen deutlich vor dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva. Nach der Auszählung von etwa einem Viertel der elektronischen Wahlurnen des Landes kam Bolsonaro bei der Wahl am Sonntag auf rund 51 Prozent der Stimmen, auf Lula entfielen demnach 41 Prozent der Stimmen. Die übrigen Kandidaten lagen jeweils im einstelligen Bereich.
Knapp 160 Millionen Menschen im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land waren zu den Wahlen aufgerufen. In den letzten Umfragen hatten Lula und Bolsonaro eng beieinander gelegen. Erreicht keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 25. Oktober eine Stichwahl statt.
Die Wahl in Brasilien gilt als Richtungswahl. Ein Erfolg Flávio Bolsonaros würde den Rechtsruck in Lateinamerika weiter vorantreiben. In den vergangenen Jahren waren mehrere Länder durch Wahlen deutlich nach rechts gerückt. Ein Sieg Lulas würde dagegen Brasilien neben Mexiko als große linke Bastion in der Region erhalten.
Flávio Bolsonaro ist der Sohn des ultrarechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, der wegen eines Putschversuchs gegen Lula zu 27-jähriger Haft verurteilt wurde und unter Hausarrest steht. Jair Bolsonaro war ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump.
