Drohnengefahr in Großbritannien?Bericht: USA verlegten Bomber aus Sorge vor iranischen Angriffen

Washington zieht vor wenigen Tagen rund ein Dutzend B-1-Bomber vom britischen Stützpunkt RAF Fairford ab, der vom US-Militär im Iran-Krieg genutzt wird. Die Revolutionsgarden hatten es offenbar auf US-Piloten abgesehen.
Die Vereinigten Staaten haben ihre Langstreckenbomber US-Medien zufolge aus Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen. Es habe dringende Bedenken vor einem potenziellen komplexen Angriff - angeordnet von den iranischen Revolutionsgarden - gegeben, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf über die Angelegenheit informierte US-amerikanische und europäische Beamte.
Der geplante Angriff war demnach Teil eines vielschichtigen iranischen Komplotts, der darauf abzielte, die Flugzeuge anzugreifen und Personal auf dem Stützpunkt RAF Fairford zu töten, darunter auch US-Piloten. Auch das Nachrichtenportal "Axios" berichtete gestützt auf US-Beamte, dass der Anlass für den Abzug von rund einem Dutzend B-1-Bombern am Wochenende Geheimdienstinformationen gewesen seien, die auf einen möglichen iranischen Drohnenangriff hindeuteten.
US-Präsident Donald Trump bestätigte einen solchen Grund bisher nicht. Auf die Frage eines Reporters, ob die Gefahr bestehe, dass der Iran Kampfdrohnen nach Großbritannien gebracht und ob er deshalb die Bomber abgezogen habe, antwortete er: "Das kann ich Ihnen nicht sagen". Wenn der Iran das getan hätte, würde er einen hohen Preis dafür zahlen.
Ohne Details zu nennen, bestätigte Trump, dass es Bedrohungen gegeben habe. "Warum sollten wir die Bomber also dort lassen? Also haben wir sie ein wenig verlegt, nicht sehr weit", sagte der US-Präsident. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte er, dass die Menschen, die hinter der Bedrohung steckten, vermutlich in Verbindung mit dem Iran stünden. Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um so flexibler im Krieg gegen den Iran agieren zu können.
Ende September waren fünf Männer nahe dem Stützpunkt aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Gegen sie wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden. Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde in den folgenden Tagen ebenfalls zwischenzeitlich festgenommen und dann unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.
Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hatte vergangene Woche Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran bestätigt. US-Außenminister Rubio hatte von einer Beteiligung eines "ausländischen Akteurs" gesprochen. Ob die Festgenommenen mit dem mutmaßlich geplanten Drohnenangriff in Verbindung stünden oder ob sie einen anderen Angriff planten, sei unklar, zitiert "Axios" US-Beamte.
