Wetter-Glücksspiel in Europa Wohin Urlauber jetzt sollten und welche Regionen sie lieber meiden

Während in den meisten Bundesländern die Schulferien vorbei sind, starten sie in Bayern erst. Gleichzeitig beginnt eine der Hauptreisezeiten für alle ohne Schulkinder. Doch Vorsicht: In den kommenden Tagen gibt es in Europa Wetterlagen, auf die man vorbereitet sein sollte.
Die letzten Tage und Wochen waren in Europa immer wieder geprägt von Stürmen und Unwettern. Gerade jetzt, wo Bayern in die Herbstferien startet und wohl noch deutlich mehr ohne Schulkinder in den Herbsturlaub starten, zeigt sich das Wetter regional sehr ruppig bis gefährlich.
Besonders die Regionen am Mittelmeer hatten zuletzt mit heftigen Starkregenereignissen zu kämpfen. Aktuell erwischt es vor allem Griechenland, die Türkei und Zypern. Bis Freitag kann es hier immer kräftige Schauer und Gewitter geben, die 100, vielleicht sogar um 200 Liter pro Quadratmeter Regen bringen. Das reicht locker aus für Überflutungen.
Zum Glück sind die Mengen aber deutlich geringer als noch vor Kurzem am westlichen Mittelmeer. Und es gibt klare Gewinner-Regionen. In Griechenland passiert auf Korfu oder Kefalonia deutlich weniger. Oft scheint in den kommenden Tagen sogar die Sonne.
Weitere Gewitter mit Unwetterpotenzial am Mittelmeer
Zugegeben: Heftige Gewitter oder gar Unwetter sind im Herbst am Mittelmeer nichts Ungewöhnliches. Das Meer ist noch warm, auch die Lufttemperatur erreicht oft noch Sommerwerte. Genau deswegen sind diese Regionen natürlich so beliebt. Gleichzeitig kommen auch hier nach und nach die kalt-feuchten Luftmassen aus Nordeuropa an und sorgen für eine explosive Wettermischung.
Das wird zum Wochenende dann auch wieder den Westen Griechenlands beschäftigen. Genauso sind die Adria, Mittel- und Süditalien und die Küsten Tunesiens und Algeriens teilweise von kräftigen Niederschlägen betroffen. Im Laufe der Woche scheint sich der Schwerpunkt langsam in Richtung Balearen und der Ostküsten Spaniens zu verlagern. Wie heftig diese Regenfälle dann ausfallen, ist noch unsicher. Sicher ist aber, dass es gleichzeitig sehr windig bis stürmisch werden kann, und das gilt für weite Teile des westlichen und zentralen Mittelmeers.
Gewinner könnten im Laufe der nächsten Woche dann eher die Ägäis und die Türkei sein. Insgesamt sind die Entwicklungen der Tiefs mit ihren Gewittern aber sehr unsicher. Sie ziehen nur sehr langsam und recht unkoordiniert über Südeuropa hinweg. Grund ist der schwache bis teils fehlende Jetstream. Dieser Starkwind in der Höhe schiebt normalerweise die Tiefs vom Atlantik weiter nach Osten über Europa. In der kommenden Zeit wird er aber weit über Nord- und Osteuropa umgelenkt, da sich mitten über Europa ein großes Hoch breitmacht.
Hier gibt es ruhiges Herbstwetter für den Urlaub
Unter diesem Hoch zeigt sich das Wetter sehr zahm, also trocken, oft sonnig und windarm. Dazu gehören vor allem Frankreich und der Norden Spaniens abseits des Mittelmeers. Auch Portugal sollte bis mindestens zur kommenden Wochenmitte, wenn nicht sogar bis zum Wochenende oft trockenes Wetter bekommen. Klar, der Atlantik lädt nicht unbedingt zum Baden ein. Gleichzeitig ist die beeindruckende Herbstbrandung an den Küsten ein fantastisches Naturschauspiel, vor allem, wenn man das Ganze im Sonnenschein genießen kann.
Bei den Temperaturen muss man Abstriche machen. Von Portugal bis Südfrankreich sind dennoch täglich 15 bis 20, teils knapp über 20 Grad drin. Weiter nördlich in Frankreich oder auch im ähnlich trockenen England oder Ost-Schottland sind wir tagsüber eher bei 10 bis 15 Grad. Wir befinden uns nächste Woche eben im November. In den wolkenarmen Nächten geht es abseits der Küsten überall deutlich in den einstelligen Bereich. Auch Herbst-Fisimatenten wie Bodenfrost sollten hier nicht überraschen - auch nicht im spanischen Binnenland.
Wer mit solchen Temperaturen kein Problem hat, aber das meist trockene Wetter vorzieht, ist in den Regionen vom Südosten Norwegens bis nach Stockholm ebenfalls ganz gut aufgehoben. Die Tiefdruckgebiete toben sich eher an den Küsten West-Norwegens aus und hinter dem Skandinavischen Gebirge gibt es dann oft Föhn. Nach morgendlichen Nebelfeldern, vielleicht auch mal mit Reif, gibt es tagsüber dann oft viel Sonne.
Darf's auch schon Winterwetter sein?
Auch den Winter können wir in Teilen Europas bereits jetzt finden. Wenn man die Alpen ausklammert, muss man dafür aber noch recht weit reisen. Der Norden Norwegens war bereits weiß, in den Bergen ist der Schnee auch liegen geblieben. In der nächsten Woche wird die Nordhälfte Norwegens aber wohl recht gut eingeschneit. Auch im schwedischen und finnischen Lappland wird es wohl weiß. In zwei Wochen könnte der Schnee sogar auch im Süden Skandinaviens vorbeischauen - nicht überall, aber regional recht sicher.
Die Kaltluft macht also bald einen Rutsch gen Mitteleuropa. Auch wir in Deutschland könnten vielleicht schon in zwei Wochen ein paar Flocken bis in tiefe Regionen sehen. Und selbst Südosteuropa dürfte das zu spüren bekommen. Auf dem Balkan, dessen Binnenland recht hoch liegt und im Winterhalbjahr ein regelrechter Kältekessel sein kann, könnten in zwei bis drei Wochen einige Zentimeter Schnee liegen.
Mit dieser Kaltluft ginge es am Mittelmeer dann wohl wieder heftig zu. Kräftige Gewitter mit Unwettergefahr drohen dann erneut. Will man dem amerikanischen Wettermodell glauben, bleibt es in Südeuropa dann nur von Portugal bis Südwestfrankreich noch trocken.