Neue Beweismittel nach MartyriumÜberraschende Wende im Prozess um "Soester Horrorhaus"

Über Monate hinweg sollen zwei Männer und zwei Jugendliche eine Frau in einem Haus im westfälischen Soest erniedrigt und gequält haben. Für einen der jüngeren Angeklagten entwickelt sich der Prozess nun positiv. Dem Hauptverdächtigen hingegen droht ein weiteres separates Verfahren.
In dem Prozess um eine über Monate hinweg gequälte Frau im "Horrorhaus von Soest" gibt es eine Wende. Überraschend stellten sich die Vorwürfe gegen einen der Angeklagten der Staatsanwaltschaft Arnsberg zufolge als nicht mehr gerechtfertigt heraus. Das schilderte der Vorsitzende Richter Marc Gährken bei der zweiten Verhandlung als ein Ergebnis eines zuvor nicht-öffentlich geführten Rechtsgesprächs mit allem Prozessbeteiligten. Es gebe neue Beweismittel zugunsten des 17-Jährigen.
Anders sieht es für den Hauptangeklagten in dem Prozess aus. Da gegen ihn weitere Beweise auftauchten, plant die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen den 29-Jährigen. In dem Fall werde das Verfahren wohl abgetrennt, hieß es. Im aktuell laufenden Prozess legte der Beschuldigte nun ein Geständnis ab. "Grundsätzlich räumt mein Mandant ein, dass er sich an einer Vielzahl von Taten beteiligt hat."
Insgesamt sind vier Personen angeklagt, zwei Männer und zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Ihnen wird unter anderem Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sie sollen ihr Opfer 2025 in unterschiedlicher Tatbeteiligung in einem Wohnhaus in Soest in Westfalen erniedrigt und misshandelt haben.
Der Verteidiger des 25-Jährigen - wie der 29-Jährige sitzt auch er in Untersuchungshaft - hatte in dem internen Rechtsgespräch ebenfalls ein Geständnis angekündigt, berichtete der Richter. Ihm wird vor allem Vergewaltigung vorgeworfen.
Das Opfer - eine wohnungslose Frau - war laut Anklage immer wieder ins Reihenhaus des 29-Jährigen gelockt worden. Sie war Anfang November nach dem Hinweis eines Anwohners befreit worden - zu dem Zeitpunkt war sie bei massiver Kälte fast nackt an einen Terrassenbalken gekettet gewesen. Auch diese Tat gestand der 29-Jährige nun.
