Das Wetter kipptTiefs bringen bald Regen mit Schnee-Optionen

Das Wetter im November dreht sich bald. Eine mögliche Folge wäre endlich mehr Regen, eine andere aber auch Schnee. Wir schauen auf die möglichen Entwicklungen der nächsten Tage und auf das Wochenendwetter mit unserem ntv-Meteorologen Paul Heger.
ntv.de: Der Blick auf die Wetter-App zeigt für die nächste Woche ständig etwas anderes. Was ist da los?
Paul Heger: Das ist immer ein guter Indikator dafür, dass sich die Wetterlage verändern wird, aber die genaue Entwicklung sehr unsicher ist. Tatsächlich sehen wir, dass sich bald wieder Tiefdruckgebiete einmischen, das Resultat der Umstellung aber noch ziemlich offen ist.
Was erwartet uns denn in den nächsten Tagen?
Also, für alle, die es gern ruhig und trocken mögen, habe ich erstmal gute Nachrichten. Der Freitag wird für viele eine Kopie des Donnerstags: Deutlich weniger Wind, viel Sonne und damit echt ganz nett, wenn auch frisch.
Ich spüre ein Aber. Kommt eines?
Ja, wir Meteorologen haben immer ein Aber, auch für Freitag. In der Nordosthälfte breiten sich nämlich Hochnebelfelder aus und auch von Südwesten sind ein paar Wolken unterwegs. Vom Saarland bis zum Bodensee könnte auch etwas Regen fallen.
Ist das der Wettertrend für das Wochenende? Mehr Regen und Wolken?
Das muss man differenzieren. Am Samstagmorgen und -vormittag sind noch ein paar Tropfen von den Alpen bis ins Rheinland drin, später bleiben nur noch Wolken übrig. Am Sonntag sind einzelne Schauer vom Westen bis in den Norden möglich. Aber das ist wirklich nur ein zarter, erster Streifschuss eines Atlantiktiefs. Und der hat auch positive Folgen.
Wer kann sich denn freuen am Wochenende?
Die Nordosthälfte, die gerade in die Hochnebellage rutscht, darf sich freuen. Denn mit dem Tief dreht der Wind auf südliche Richtungen und schiebt den Nebel wieder raus. Übrig bleibt meist ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix. Auch der Süden dürfte im Laufe des Wochenendes mit etwas Glück wieder mehr Sonne sehen.
Also ein Aufwärtstrend! Aber der scheint ja nicht lange anzuhalten?
Ja. Schon am Montag wird es im Süden wieder grauer und wohl auch nass. Dafür bekommt der Rest nettes Wetter. Zum Dienstag könnte das Regengebiet noch weiter nach Deutschland hereinziehen und damit die Temperaturen in der Südwesthälfte auf über 15 Grad treiben. Aber: Das ist alles sehr unsicher, denn unser Tief vom Atlantik bekommt einen Gegenpart, der sich über Nordeuropa aufbaut. Und das wird dann richtig spannend.
Wenn sich Meteorologen freuen, bringt das meist sehr unruhiges Wetter mit sich.
Unruhig trifft es gut. Zur Einordnung: Das ist alles noch sehr unsicher, weil Lage und Stärke der Tiefs noch unklar sind. Wie beim Tauziehen entscheiden Kleinigkeiten über den Sieg der einen oder anderen Seite. Und zwischen den beiden Tiefs könnte sich auch noch ein neues Hoch einmischen - also drei Optionen. Die dritte wäre eine kühle und trockene Variante, die angesichts unserer Wasserarmut das Worst-Case-Szenario wäre.
Gut, hoffen wir auf die Tiefs. Darf ich zu dieser Jahreszeit schon fragen: "Regen oder Schnee?"
Zunächst wird es der Regen sein: am Mittwoch noch recht wenig, ab Donnerstag eventuell kräftiger. Wie gesagt, nur, wenn sich das Wetter für die kräftigen Tiefs entscheiden sollte. Ab Freitagabend der kommenden Woche könnte dann das Tief aus Nordeuropa an Einfluss gewinnen, Kaltluft schicken und zum Wochenende in den Mittelgebirgen und an den Alpen Schnee bringen.
Ich höre da noch viel Konjunktiv.
Absolut, das ist alles noch eine Weile hin und damit sehr spekulativ. Neben der Frage, wann endlich mehr Regen kommt, ist die Frage nach dem Frühwinter gleichzeitig die spannendste. Und der Blick auf die Wetterkarten zeigt: Er ist nicht mehr weit weg.