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Tötung von 190 KindernGericht verurteilt Hungersektenführer zu 200 Jahren Haft

06.11.2026, 16:19 Uhr
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Der Sektenführer Mackenzie rief etliche Kinder dazu auf, sich zu Tode zu hungern. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Paul Mackenzie treibt Hunderte Menschen in den Hungertod. Der ehemalige Taxifahrer redet ihnen ein, das Ende der Welt stehe bevor. Nun fällt in Kenia ein Urteil gegen den Sektenführer.

Ein Gericht in Kenia hat den Anführer einer Hungersekte wegen der Tötung von 191 Menschen zu 200 Jahren Haft verurteilt. Genauer verurteilte die Richterin Diana Kavedza Mochache den Sektenführer Paul Mackenzie zu 100 Jahren Haft wegen des Hungertods von 183 Menschen und zu 100 weiteren Jahren Haft wegen der "direkten" Tötung von acht Menschen. 28 Mitangeklagte wurden ebenfalls zu langen Haftstrafen verurteilt.

Der selbsternannte Pastor Mackenzie hatte die Mitglieder seiner Sekte "Internationale Kirche der guten Botschaft" aufgerufen, sich zu Tode zu hungern, um "Jesus zu begegnen", da das Ende der Welt kurz bevor stehe. Bei einem Großteil der Opfer handelte es sich um Kinder. Schuldig gesprochen wurde Mackenzie bereits im Oktober. Sein Anwalt kündigte Berufung an.

Seit 2023 waren in einem Wald in der Nähe des kenianischen Küstenorts Malindi mehr als 400 Leichen entdeckt worden. In dem Prozess in der Hafenstadt Mombasa ging es nun um 191 konkrete Todesfälle, neben 190 Kindern auch ein Erwachsener.

Mackenzie hatte der Anklage zufolge auf seiner Ranch im Shakahola-Wald extreme Fastenpraktiken "veranlasst und geleitet". Demnach gab es eine "strukturierte Hierarchie des Todes", wonach zuerst Kinder, dann Jugendliche und Frauen und zuletzt Männer sterben sollten. Die Kinder waren überwiegend verhungert, aber auch durch "Ersticken, Erwürgen und schwere Kopfverletzungen" getötet worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Gericht aufgefordert, die Todesstrafe gegen Mackenzie zu verhängen. Das kenianische Strafgesetzbuch sieht zwar die Todesstrafe vor, sie wurde seit 1987 aber nicht mehr vollstreckt.

Der ehemalige Taxifahrer Mackenzie war im April 2023 festgenommen worden, nachdem Menschenrechtsgruppen den Behörden einen Hinweis gegeben hatten und einige Anhänger des Sektenführers vor dem Verhungern gerettet werden konnten. Bei den darauffolgenden Polizeiermittlungen wurden Hunderte Massengräber mit verscharrten Leichen gefunden. Einige der 429 Opfer wurden bis heute nicht identifiziert. Nachdem bekannt geworden war, dass Mackenzie in der Vergangenheit zweimal festgenommen, dann aber wieder freigelassen worden war, waren in Kenia Forderungen nach strengeren Vorschriften für religiöse Vereinigungen laut geworden.

Quelle: ntv.de, kaz/AFP

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