Verhalf er auch zur Flucht?Gefängnismitarbeiter soll für Insassen geschmuggelt haben

Erneut steht ein Gefängnis in Nordrhein-Westfalen im Zentrum von Korruptionsvorwürfen: Ein Mitarbeiter der JVA Essen soll Handys und andere Dinge gegen Bezahlung für die Insassen in das Gefängnis geschmuggelt haben.
Der unter Bestechlichkeitsverdacht festgenommene Essener JVA-Mitarbeiter sitzt jetzt in Untersuchungshaft. In seiner Wohnung und in der JVA seien unter anderem zahlreiche Handys und Datenträger und ein mittlerer vierstelliger Bargeldbetrag sichergestellt worden, teilte die Essener Polizei mit.
Der Mann wird verdächtigt, Handys und andere Waren gegen Bezahlung und hochwertige Sachleistungen in das Essener Gefängnis geschmuggelt haben. Es bleibe aber vorerst unklar, ob er auch an der Flucht eines Essener Häftlings am 14. Oktober beteiligt gewesen sei, hieß es.
Der Häftling der JVA Essen war bei einem Arztbesuch auf spektakuläre Weise entkommen: Zwei maskierte Männer hatten die Justizbeamten, die den 34 Jahre alten Häftling begleiteten, angegriffen und überwältigt. Häftling und Angreifer entkamen und sind seitdem verschwunden.
Der JVA-Mitarbeiter war nach der Rückkehr aus dem Urlaub am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Ermittelt wird wegen Bestechlichkeit. Dazu würden die sichergestellten Datenträger ausgewertet; hinzu kämen umfangreiche Finanzermittlungen.