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Geldwäsche als DienstleistungBehörden melden Schlag gegen Goldschmuggler

07.10.2026, 15:51 Uhr
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Mehr als 40 Objekte wurden bei der Razzia durchsucht. (Foto: picture alliance/dpa)

Jahrelang soll eine Bande Drogengeld in Goldbarren umgewandelt und in die Türkei verschoben haben. Jetzt klicken bei einer länderübergreifenden Razzia die Handschellen. Eine simple Verkehrskontrolle in Bayern brachte die Fahnder auf die Spur.

Mehrere Tonnen Gold soll ein kriminelles Netzwerk über Jahre zwecks Geldwäsche in die Türkei gebracht haben. Bei einer Großrazzia wurden heute 40 Objekte durchsucht und drei Tatverdächtige festgenommen, wie deutsche und niederländische Ermittler mitteilten. Zuvor war mehrere Jahre lang ermittelt worden.

Mehrere Männer im Alter von 43 bis 59 Jahren sollen sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um Straftaten im Bereich von Geldwäsche und Schmuggel zu begehen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln und Rotterdam sowie das niederbayerische Polizeipräsidium in Straubing mit.

Durchsuchungen bei Juwelieren in NRW

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll die Gruppe Geldwäsche als Service für andere angeboten haben, die mit Straftaten Geld verdienten, vor allem mit Drogenhandel. Mit dem Geld soll bei beteiligten Juwelieren Alt- und Schrottgold angekauft worden sein. Dieses sei zusammen mit Schmuck aus Straftaten eingeschmolzen und zu Goldbarren verarbeitet worden.

Die Goldbarren sollen per Flugzeug oder Fahrzeug in die Türkei gebracht worden sein, wie die Ermittler ausführten. Dort seien sie weiterverarbeitet oder zum Kauf von hochwertigem Schmuck benutzt worden. Dann seien die Vermögenswerte an die ursprünglichen Auftraggeber ausgezahlt worden. Ein Teil des Schmucks sei auch unverzollt zurück nach Deutschland gebracht und den beteiligten Juwelieren gegeben worden.

Jährlich sei aus Straftaten stammendes Bargeld in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags verschleiert in die Türkei transferiert worden, erklärten die Ermittler. Insgesamt seien über einen Zeitraum von sechs Jahren mutmaßlich zwischen einer und vier Tonnen Gold in die Türkei gebracht worden, was einem ungefähren Wert von 55 bis 210 Millionen Euro entspreche.

Durchsucht wurden Objekte in mehreren Bundesländern sowie den Niederlanden. Auch Juweliergeschäfte waren darunter, hier lag ein Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei fand und beschlagnahmte Unterlagen, Bargeld im hohen fünfstelligen Eurobereich und etwa 800 Gramm Schmelzgold. Außerdem wurden zwölf Fahrzeuge und ein Motorrad beschlagnahmt. In zwei der Fahrzeugen fanden die Ermittler professionell verbaute Schmuggelverstecke.

55 Kilogramm Gold bei Verkehrskontrolle entdeckt

Mehr als 450 Ermittler von Polizei und Zoll waren im Einsatz, wie es weiter hieß. Sie waren den mutmaßlichen Tätern erstmals im Oktober 2023 bei einer Verkehrskontrolle in Bayern auf die Spur gekommen. Die Fahnder fanden den Angaben nach versteckt in einem Fahrzeug aus dem Raum Dortmund mehr als 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld.

Fahrer und Beifahrerin kamen in Untersuchungshaft. Bei den weiteren Ermittlungen geriet die mutmaßliche Bande ins Visier der Polizei. Im Februar 2026 seien bei mutmaßlichen Mitgliedern in Köln mehr als fünf Kilogramm Goldschmuck gefunden worden. Anfang September wurde den Angaben zufolge in Hamm ein 59-Jähriger festgenommen, der in Kontakt mit der Gruppe gestanden haben soll.

Gleichzeitig sei in den Niederlanden gegen einen mutmaßlichen illegalen Finanzvermittler ermittelt worden, der am Empfang und Versand größerer Bargeldbeträge beteiligt gewesen sein soll. Bei der Razzia am Mittwoch wurden drei Männer im Alter von 43, 45 und 46 Jahren festgenommen. Insgesamt wird gegen 24 Beschuldigte ermittelt, wie es weiter hieß.

Die nun festgenommenen Hauptverdächtigen sollten den zuständigen Ermittlungsrichtern vorgeführt werden, die über die Untersuchungshaft entscheiden. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der banden- und gewerbsmäßigen Geldwäsche sowie wegen gewerbsmäßigen Schmuggels dauerten an.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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