Panorama

"Im Cockpit war niemand"Augenzeuge auf Flydubai-Flug: Musste schockierte Ersatzpiloten schütteln

05.10.2026, 03:24 Uhr
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174 Menschen entkamen einer Katastrophe. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Ein Copilot will vermutlich aus Hass auf Israelis ein Flugzeug zum Absturz bringen. Im letzten Moment kann er gestoppt werden. Dass das Flugzeug danach heil am Boden ankommt, ist vor allem einem Ersatzpiloten und seinem Kollegen zu verdanken. Ein Passagier will zuvor auf die beiden eingewirkt haben.

Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war das Cockpit einem Augenzeugen zufolge zeitweise verwaist. "Im Cockpit war niemand", sagte der israelische Geschäftsmann Tal der "Jerusalem Post". Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren. Er habe dann zwei zufällig neben sich sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug in Saudi-Arabien landeten.

Beim Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai hatte am vorigen Mittwoch Berichten zufolge der Copilot seinen Kollegen angegriffen. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Passagiere überwältigten den Täter. Motiv und Absichten des mutmaßlichen Angreifers sind noch immer ungeklärt. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Der nur als Tal bezeichnete Augenzeuge erzählte der Zeitung in dem Interview weiter, er habe die beiden Piloten anschreien müssen, sie sollten sich nach vorn begeben. Doch sie hätten sich nicht bewegt. "Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war." Einer der beiden sei schließlich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.

Die Zeitung schreibt weiter, Tal habe in einer früheren WhatsApp-Nachricht sein Agieren als "Kampfunterstützung" bezeichnet, drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt. Er habe die Piloten nach vorne gebracht und dabei geholfen, etwas zu finden, mit dem der Angreifer gefesselt werden konnte - Ladekabel.

"An entscheidenden Stellen nur Israelis"

Derweil habe ein israelischer Zahnarzt den schwer verletzten indischen Piloten behandelt. Nachdem der Angreifer überwältigt gewesen sei und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten sie die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt und ihnen gesagt: "Von jetzt an führen wir den Flug." Anschließend hätten sie neben jedes Besatzungsmitglied einen Israeli gestellt.

"Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten", sagte Tal der "Jerusalem Post". Es habe keine Befehlskette und keinen Plan gegeben. Die Menschen hätten einfach verschiedene Aufgaben übernommen. Tal war Augenzeuge. Der Ablauf kann derzeit nicht unabhängig bestätigt werden.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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